Montag, 9. Dezember 2019

Model S mischt Oberklasse auf Wie Tesla deutschen Autobauern zusetzt

Tesla triumphiert in der Luxusklasse: Wie Elon Musk die deutschen Autobauer vorführt
Reuters; AP

2. Teil: In den USA liegt Tesla bereits vor BMW, Porsche und Audi

In den USA, wo Mercedes, BMW und Porsche bislang die Luxusklasse dominierten, spielt Tesla seinen Heimvorteil aus. Im ersten Halbjahr hat Tesla in seinem Heimatmarkt knapp über 10.000 Stück seines Model S verkauft. Nur Mercedes' S-Klasse lag da noch etwas darüber, die Oberklasse-Limousinen von Porsche, BMW und Audi ließen die Kalifornier bereits deutlich hinter sich. Dabei darf Tesla wegen Rechtsstreitigkeiten seine Elektroautos nicht in allen US-Bundesstaaten verkaufen.

Tesla ist noch kein vollwertiger Konkurrent für die Deutschen

Dabei kann Tesla bislang nur einen Bruchteil der Modellpalette der deutschen Konkurrenten liefern. Tesla produziert nach wie vor nur ein einziges Modell, während jeder deutsche Nobel-Hersteller auf mindestens sechs Baureihen kommt. Die Kalifornier unter der Führung des Unternehmers Elon Musk (mehr zu seinem Führungsstil hier) haben zuletzt zudem den Start ihres Strom-SUVs Model X mehrfach verschoben, nun soll es im Herbst so weit sein.

Das kompaktere und deutlich günstigere Model III ist zwar angekündigt, Prototypen des Autos gab es aber noch nie zu sehen. Mit bislang gerade einem Modell und Projekten wie einer Riesen-Batteriefabrik, die hohe Ausgaben erfordern, steht Teslas Erfolg auf wackeligem Fundament.

Die deutschen Luxusauto-Hersteller werden zum Gegenangriff übergehen müssen. Denn sie walzen auf ein großes Problem zu: Zwar werfen ihre Oberklasse-Limousinen und Nobel-Geländewagen satte Gewinne ab. Doch bis 2020 müssen sie ihren CO2-Verbrauch deutlich senken. Das fällt ihnen zunehmend schwerer, da ihre Kunden am liebsten PS-starke Autos und SUVs kaufen. Elektroautos und Plugin-Hybridfahrzeuge hingegen scheuen die Autokäufer wegen des hohen Preises und einer bislang lückenhaften Ladeinfrastruktur. Tesla lockt seine Käufer auch mit in der Branche unüblichen Diensten, die von drahtlosen Upgrades für die Fahrzeuge bis hin zu Gratis-Schnellladestationen reichen. Solche Rundum-Sorglos-Pakete bieten deutsche Hersteller bisher nicht.

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