Samstag, 25. Mai 2019

Brennstoffzellen-Fahrzeuge Wie das Volkswagen-Imperium nach Toyotas Zukunfts-Show zurückschlägt

Brennstoffzellen-Auto startet 2014: Wie Toyota mit ¿Mirai¿ der Konkurrenz davondampft
Audi

Toyota hat kürzlich sein Brennstoffenzellen-Auto Mirai nach allen Regeln der PR-Kunst präsentiert. Nun setzt Volkswagen zum medialen Konter an: Die Wolfsburger stellten in Los Angeles gleich drei Prototypen vor, die mit Wasserstoff fahren - und stichelten gegen die Japaner.

Hamburg - Mit großen Show-Gesten geht Toyota üblicherweise höchst sparsam um. Der weltgrößte Autohersteller hat den Ruf, sehr verlässliche, aber nicht überbordend aufregende Autos zu bauen. Ein lauter Auftritt mit gewagten Ankündigungen passt da nicht so recht ins Bild. Doch vergangenen Dienstag ließ es Toyota Börsen-Chart zeigen so richtig krachen - für japanische Verhältnisse.

Die Vorstellung des Brennstoffzellenautos "Mirai" auf der Automesse in Los Angeles hatte der weltgrößte Autohersteller augenscheinlich bestens vorbereitet. Firmenchef Akio Toyoda enthüllte den Namen des Fahrzeugs, der auf japanisch "Zukunft" bedeutet. Kurz darauf gab Toyota bekannt, die ersten Autos bereits im Dezember auszuliefern, um drei Monate früher als bislang erwartet. Zu guter Letzt ließ Toyota einige Journalisten das Auto kurz testen, und die Berichte über das Auto fielen ziemlich wohlwollend aus.

Die Botschaft, die Toyota dabei streuen wollte, war simpel: Der weltgrößte Autohersteller glaubt an den teuren Brennstoffzellenantrieb und bringt deshalb als erster ein entsprechendes Fahrzeug in Großserie auf die Straße. Die Vorstellung des Mirai ließ viele Konkurrenten ziemlich alt aussehen. Die PR-Mission zur Demonstration des Technikvorsprung ist geglückt - doch das konnte der Erzkonkurrent Volkswagen so nicht auf sich sitzen lassen.

VW sieht Golf als Pionier - weil alle Antriebsarten einbaubar sind

Wohl nicht ganz zufällig stellte Volkswagen in Los Angeles drei Fahrzeuge ins Rampenlicht, die mit Wasserstoff statt herkömmlichem Benzin fahren. Gleich zwei solcher Exoten bewarben die Wolfsburger mit einer eigenen Presseaussendung: Den Golf Variant Hymotion und den Audi A7 h-tron. Beide Autos sind Forschungsfahrzeuge - anders als der Mirai, den Toyota nun in Serie baut.

Denn auch Volkswagen forscht wie Daimler Börsen-Chart zeigen oder General Motors Börsen-Chart zeigen seit Jahren an dem Antrieb, der aus Wasserstoff und Sauerstoff Elektrizität erzeugt und beim Fahren nur reines Wasser in die Luft pustet.

Interessant ist dabei, wie stark sich Volkswagen um eine deutliche Abgrenzung von seinem japanischen Konkurrenten bemüht. So werben die Wolfsburger damit, mit dem Golf-Forschungsfahrzeug nun die Brennstoffzelle "technisch in die Großserie" übertragen zu haben. Der Golf, so meint VW, sei nun das weltweit erste Auto mit allen heute realisierbaren Antriebsarten. Toyotas Mirai, so wollen die Wolfsburger damit andeuten, ist eine Sonderentwicklung - die wohl noch lange in der Nische bleiben wird.

VW versieht seine Pressemitteilung aber auch mit großen Einschränkungen. Wasserstoff-Brennstoffzellen können zwar in aktuelle Modelle eingebaut werden. Doch zuerst müssen die Forschungsarbeiten abgeschlossen werden und der Preis für einen solchen Neuwagen deutlich sinken.

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