Samstag, 20. Juli 2019

Daimlers Ärger mit der Taxibranche Warum Daimler sein Taxi-Geschäft aufs Spiel setzt

Daimler-Herrschaft am Taxistand: Doch der Autobauer gerät wegen seiner digitalen Unternehmungen in die Kritik

4. Teil: Toyota holt auf

In Köln etwa hat vor etwas mehr als einem Jahr eine Konkurrenzvermittlung zum alteingesessenen Marktführer Taxi Ruf aufgemacht. Anders als viele Konkurrenten arbeitet Taxi17 mit Mytaxi zusammen. Die Wagen der Zentrale, die sich durch besondere Qualität und ausschließlich relativ neue Daimler-Fahrzeuge abheben will, lassen sich auch über Mytaxi rufen. Bei dieser Buchungsart geht Taxi17 allerdings leer aus - aktuell immerhin bei rund einem Drittel aller Fahrten.

Eine Alternative zur Zusammenarbeit mit Mytaxi sehe er dennoch nicht, erklärt Taxi17-Gründer Alexander Tritschkow manager-magazin.de. "Wir brauchen einfach den Umsatz." Und Mytaxi hat viel Geld, so der ehemalige Taxifahrer. "Das ist in der Branche einfach mal was Neues."

Dass Daimler wegen der Querelen und Boykottaufrufe künftig auf dem Taximarkt irrelevant werden wird, steht wohl nicht zu befürchten. "Bei aller Politik - letztlich bleibt die Entscheidung, welches Auto ein Unternehmer kauft, eine Geldfrage", ist der Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes BZP, Michael Müller, überzeugt.

Doch auch hier kommt es allmählich zu Verschiebungen. So konnte Toyota seinen Absatz in der Taxibranche nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr um 30 Prozent steigern. Damit bewegen sich die Japaner allerdings noch immer auf einem übersichtlichen Niveau mit einer, so das Unternehmen, "vierstelligen Zahl" von verkauften Taxi-Fahrzeugen im vergangenen Jahr.

Keine Zahl, die Daimler in enormen Schrecken versetzen dürfte. Das Gros seines Geschäftes macht der Konzern ohnehin schon lange nicht mehr hierzulande. Aber eine Entwicklung, die zeigt, wie schwer es für Konzerne die Gratwanderung zwischen traditionellem Geschäft und der neuen digitalen Welt ist - und in Zukunft noch werden wird.

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