Dienstag, 12. November 2019

Daimlers Ärger mit der Taxibranche Warum Daimler sein Taxi-Geschäft aufs Spiel setzt

Daimler-Herrschaft am Taxistand: Doch der Autobauer gerät wegen seiner digitalen Unternehmungen in die Kritik

2. Teil: Wo der Kampf überall tobt

Doch auch wenn Daimler beteuert, sich - anders als Uber - als Partner der Fahrer und Taxiunternehmer zu sehen und bei Mytaxi ausschließlich mit Taxiunternehmern zusammenarbeitet, gibt es mittlerweile diverse Reibungspunkte mit den einstigen Verbündeten.

So liefert sich Daimler bereits seit längeremeine Justizschlacht mit verschiedenen Taxizentralen sowie dem deutschen Deutsche Taxi- und Mietwagenverband (BZP). Der Grund: Um seine App populärer zu machen, startete Mytaxi in der Vergangenheit immer wieder Rabattaktionen, bei denen die Kunden nur die Hälfte des Fahrpreises zahlen mussten. Den Rest zahlte Mytaxi aus eigener Tasche.

Aktionen, die der App massiven Zulauf brachten. Den die Taxizentralen aber als unlauteren Wettbewerb sehen, weil ihnen selbst per Gesetz solche Aktionen verwehrt sind. Und den sie sich in diesem Ausmaß schlicht nicht leisten können. Mytaxi, hinter dem der Milliardenkonzern Daimler steht, hingegen schon.

Hier werden die Kosten für die umfangreichen Rabattaktionen als Investition in die Zukunft gesehen. Schließlich, so die weitverbreitete Annahme in der digitalen neuen Welt, kann nur der Stärkste gewinnen.

In der vergangenen Wocheverbot nun ein Gericht in Frankfurt MyTaxi diese Rabattaktionen bundesweit. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig - und in Juristenkreisen zudem hoch umstritten. Die Daimler-Tochter will dagegen jedenfalls wohl in Berufung gehen. Sollte Kläger Taxi Deutschland die gerichtlich bestimmte Sicherheitsleistung von 160.000 Euro wie geplant wie demnächst bezahlen, wären Mytaxi bis zu einem anderslautenden Urteil Rabattaktionen aber erst einmal verboten.

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