Dienstag, 17. September 2019

Motorradfirma will Autos bauen Yamaha wird zum Smart-Konkurrenten - mit eigenem Kleinwagen

Yamaha-Konzeptauto Motiv: Der zweisitzige Kleinstwagen soll in wenigen Jahren nach Europa kommen

Vom Zweirad zum Zweisitzer mit vier Rädern - diese Evolution plant der Motorradhersteller Yamaha. Berichten zufolge wollen die Japaner einen Kleinwagen auf den Markt bringen. Das Auto soll zuerst in Europa starten - mit zwei verschiedenen Antrieben.

Tokio - Der japanische Motorrad-Hersteller Yamaha will einem Insider zufolge erstmals seit Jahrzehnten wieder ein Auto produzieren und zielt dabei vor allem auf Europa. Der geplante Zweisitzer solle ab 2019 in den Handel kommen und sich vor allem an umweltbewusste Fahrer wenden, sagte eine mit dem Vorhaben vertraute Person am Freitag zu Reuters.

Yamaha ist der weltweit zweitgrößte Motorradhersteller. Zuletzt stellten die Japaner in den Sechzigerjahren Autos her - damals für Toyota. Beim Bau von Motoren für die Autobranche hat Yamaha jahrzehntelange Erfahrung: Seit 1964 liefert Yamaha Aggregate an Toyota, die Yamaha-Motoren kommen derzeit in Modellen der Toyota-Edelmarke Lexus zum Einsatz.

Auf der Tokioter Automesse 2013 hatte Yamaha bereits das Kleinwagen-Konzeptauto "Motiv" vorgestellt, ohne allerdings Einzelheiten für einen möglichen Serienstart zu nennen.

Ein Yamaha-Sprecher wollte sich nicht zu den Informationen äußern, über die das Wirtschaftsblatt "Nikkei" zuerst berichtet hatte. Dem Zeitungsbericht zufolge soll es den Kleinstwagen mit zwei Antriebsarten geben: als Version mit einem sehr geringen Verbrauch und als Elektrofahrzeug. Dafür werde eigens eine Fabrik in Europa gebaut.

Auch andere interessieren sich für urbane Kleinst-Vehikel

Yamaha habe sich Europa als ersten Markt entschieden, weil die Städte des Kontinents besonders für Kleinwagen geeignet sind, heißt es in dem Bericht. Details zum Standort und zum geplanten Investitionsvolumen stünden aber noch nicht fest. Die Autos könnten in einem zweiten Schritt auch in Japan und anderen asiatischen Ländern verkauft werden.

Yamaha will laut dem Bericht in den Automobilbau einsteigen, weil der Markt kleinteiliger werde und das Unternehmen deshalb Geschäftschancen sehe. Yamaha wolle seine Erfahrung im Motorradbau zur Entwicklung eines wendigen Kleinstwagens einsetzen.

In Europa denken offenbar auch einige Autohersteller in diese Richtung: Audi hat im April 2012 die Motorradmarke Ducati gekauft, Mercedes Tuningsparte AMG hat im Oktober vergangenen Jahres 25 Prozent am italienischen EdelmotorradherstellerMV Augusta übernommen. Auch branchenfremde Konzerne sehen offenbar Potenzial im Bau von Kleinwagen: Google testet bereits kleine, selbstfahrende Fahrzeuge - und Apple plant Berichten zufolge ein eigenes Auto.

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mit Material von Reuters

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