Freitag, 21. Februar 2020

Ministerium beanstandet CO2-Werte Abgaswerte von 30 Automodellen problematisch

Zahlreiche Automodelle fielen bei einem Test des Bundesverkehrsministeriums offenbar durch

Das Verkehrsministerium hat bei verschiedensten Automodellen messen lassen: Bei 30 Pkw wurden nach einem Magazin-Bericht verdächtig hohe CO2-Emissionen gemessen. Sie verbrauchen mehr Sprit als angegeben. Das Ministerium kündigt weitere Kontrollen an

Das Bundesverkehrsministerium hat einem Medienbericht zufolge bei 30 Automodellen auffällig hohe Kohlendioxidemissionen festgestellt. Nach dem Ergebnis der in der VW-Affäre eingerichteten Untersuchungskommission seien weitere Tests bei allen auffälligen Wagen mit Typgenehmigung in Deutschland geplant, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Freitag vorab.

Zu den Fahrzeugen gehöre auch ein Opel-Zafira-Dieselmodell. Opel habe auf Anfrage erklärt, eigene Tests im Rahmen der Produktionskontrolle hätten keine Abweichungen beim CO2-Ausstoß ergeben. Beim Verkehrsministerium war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Das Magazin berichtete zudem, bei weiteren Messungen auf dem Prüfstand des TÜV Nord in Essen habe ein solches Zafira-Modell statt der angegebenen 109 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer 127 Gramm pro Kilometer ausgestoßen. Das entspreche auch beim Spritverbrauch einer Überschreitung von 16,5 Prozent. Gerichte hätten in vergleichbaren Fällen schon bei 10 Prozent höherem Verbrauch die Rücknahme von Fahrzeugen angeordnet.

Laut früheren Angaben von Verkehrsminister Alexander Dobrindt hatte Opel eingeräumt, dass die Abgasreinigung beim Zafira unter bestimmten Bedingungen aus technischen Gründen und im rechtlichen Rahmen abgeschaltet werde.

Bei höherem Verbrauch müsste der Staat auch höhere Kfz-Steuern berechnen. Autokonzerne müssten also nachzahlen, wenn ihnen falsche CO2-Emissionen nachgewiesen werden. "Nach unseren Berechnungen beläuft sich die Summe allein für 2016 auf 2,2 Milliarden Euro", sagt der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, dem Bericht zufolge.

Deutsche Umwelthilfe zerrt Opel vor Gericht

rei/Reuters

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