Schwacher Jahresauftakt Mercedes und BMW verkaufen weniger Autos

Chipmangel, Ukraine-Krieg, Corona-Pandemie – viele Widrigkeiten machen den Autobauern derzeit das Leben schwer. Mit Mercedes-Benz und BMW melden zwei deutsche Premiumhersteller einen mäßigen Jahresauftakt.
Käufer gesucht: Neuwagen von Mercedes und BMW vor der Verschiffung nach Übersee

Käufer gesucht: Neuwagen von Mercedes und BMW vor der Verschiffung nach Übersee

Foto: David Hecker/ Getty Images

Der anhaltende Chipmangel sowie der Krieg in der Ukraine und weiterhin die Corona-Pandemie haben die Geschäfte deutscher Autohersteller in den ersten Monaten des Jahres belastet. So hat Mercedes-Benz im ersten Quartal weniger Autos verkauft als im Vorjahreszeitraum. Von Januar bis März lieferte die Marke mit dem Stern 501.600 Pkw aus, ein Minus von 15 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Die Marktbedingungen seien wegen der Engpässe bei Halbleitern herausfordernd, so das Unternehmen. Der Absatz der Spitzenmodelle Maybach und S-Klasse sowie von Mercedes-Elektroautos legte hingegen kräftig zu. "Trotz geopolitischer Unsicherheiten und einem volatilen Halbleitermarkt ist die weltweite Nachfrage nach Mercedes-Benz-Fahrzeugen weiterhin stark", erklärte der Autobauer. Die Situation bleibe aber unsicher wegen der instabilen politischen Lage und anhaltender Einschränkungen durch die Corona-Pandemie.

Die Van-Sparte von Mercedes-Benz, zu der Modelle wie Vito oder Sprinter gehören, hielt die Verkaufszahl im ersten Quartal mit 89.900 Stück auf dem Vorjahresniveau – "trotz andauernder Schwankungen im Bereich der Halbleiterversorgung". Davon waren rund 2700 Fahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb, mehr als doppelt so viele wie vor Jahresfrist.

Auch BMW hat im ersten Quartal weniger Autos an seine Kunden ausgeliefert. Insgesamt 596.907 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce bedeuten einen Rückgang von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie der Konzern ebenfalls am Donnerstag mitteilte. Allerdings habe es sich im Jahr 2021 auch um das beste erste Quartal der Unternehmensgeschichte gehandelt. Im Gesamtjahr will BMW einen Absatz auf Vorjahresniveau erreichen.

Vor allem der Ukraine-Krieg und Auswirkungen der Corona-Lockdowns in China hätten gebremst, hieß es von BMW. Der Rückgang beschränkt sich dabei auf die Kernmarke, deren Absatz um 7,3 Prozent auf 519.796 Fahrzeuge zurückging. Mini lag minimal im Plus, Rolls-Royce deutlich. Zudem konnte BMW den Absatz vollelektrischer Fahrzeuge mehr als verdoppeln. 35.289 dieser Autos bedeuten ein Plus von 149 Prozent.

cr/dpa-afx, Reuters