100 Gigawattstunden pro Jahr CATL baut Gigawerk - Mercedes erster Kunde

Der chinesische Batteriehersteller CATL baut für 7,3 Milliarden Euro eine Fabrik in Ungarn. Zu den ersten Kunden zählt Mercedes-Benz. Das Werk soll jährlich Batteriezellen mit einer Kapazität von 100 Gigawattstunden produzieren.
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Foto: Mercedes-Benz AG / dpa

Der Autobauer Mercedes-Benz baut die eigene Fertigung von E-Auto-Batteriezellen gemeinsam mit dem chinesischen Batteriekonzern CATL aus. In Ungarn entstehe in Debrecen eine neue Produktionsstätte für Batteriezellen des chinesischen Anbieters, teilte Mercedes am Freitag in Stuttgart mit. Mercedes-Benz sicherte sich dabei das Recht, als erster Kunde beliefert zu werden. Was den Stuttgarter Autobauer dies gekostet hat, wollte ein Konzernsprecher gegenüber manager magazin nicht kommentieren. CATL teilte mit, in Ungarn 7,3 Milliarden Euro zu investieren.

Jährlich sollen im ungarischen Werk Batteriezellen mit einer Kapazität von insgesamt 100 Gigawattstunden hergestellt werden. Damit wäre die Fabrik eine der größten Batteriefabriken Europas. Baubeginn sei vorbehaltlich der Genehmigungen noch für dieses Jahr geplant, teilte CATL weiter mit. Die Anlage solle dann binnen 64 Monaten den Betrieb aufnehmen. Mercedes möchte damit näher an sein Ziel rücken, bis 2030 eine Batteriekapazität von 200 Gigawattstunden jährlich zu beziehen, um seine Elektroautos zu bestücken. Insgesamt wolle der Konzern dafür weltweit acht Fabriken zusammen mit Partnern errichten.

CATL kündigte an, Strom aus erneuerbaren Quellen für das geplante Werk zu verwenden. Dabei erwäge das Unternehmen, Solarkraftanlagen mit örtlichen Partnern in Ungarn zu errichten. Zudem werde geprüft, ob auch das Material für die Batteriezellen mit Partnern in Europa hergestellt werden könne. "Das Greenfield-Projekt in Ungarn ist ein wichtiger Schritt für die globale Expansion von CATL", sagte CATL-Gründer Robin Zeng (54).

Größte Einzelinvestition in Ungarn

Ungarns Außenminister Peter Szijjarto (43) erklärte, sein Land habe das Ziel, nicht in die Rezession zu rutschen. "Die beste Möglichkeit, um dieses Ziel zu erreichen, ist es, Investitionen in den revolutionärsten Bereichen der Autobranche anzuziehen, in der Elektromobilität." Es handle sich um die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Landes. Ungarn sei zuletzt zu einem führenden Hersteller von Batteriezellen geworden und baue mit dieser Investition seine Position aus.

CATL (Contemporary Amperex Technology) ist der weltgrößte Hersteller von Batteriezellen für Elektroautos. Die Firma beliefert unter anderem den US-Elektroautoplatzhirsch Tesla, aber auch den deutschen BMW-Konzern und war im August 2020 eine Partnerschaft mit Mercedes eingegangen.

Mercedes hatte vor gut einem Jahr bekannt gegeben, wie auch Volkswagen selbst in die Batteriezellfertigung einzusteigen. Die Schwaben wollen so bis Ende des Jahrzehnts mit acht Werken weltweit auf besagte Kapzität von 200 Gigawattstunden an Batteriespeicher kommen, um ihre Elektroautos zu bestücken. Bereits beteiligt hat sich Mercedes an der Batteriezell-Allianz ACC des Autokonzerns Stellantis mit dem französischen Energiekonzern Totalenergies.

fw/dpa, Reuters
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