Streit um Markenrecht Tesla muss um China-Geschäft bangen

Tesla hat in China große Pläne - und Probleme. Jetzt haben die Kalifornier noch eine Klage am Hals. Ein Geschäftsmann, der sich vor Jahren die chinesischen Markenrechte am Tesla sicherte, fordert Millionen und will den Autobauer zum Rückzug aus China zwingen.
Model S: Mit diesem Modell will Tesla in China punkten - doch es gibt Probleme

Model S: Mit diesem Modell will Tesla in China punkten - doch es gibt Probleme

Foto: Tesla

Peking/Hamburg - Für den erfolgsverwöhnten Elektroautobauer Tesla  läuft es in China aktuell nicht wirklich gut. Im April lieferte der kalifornische Autobauer zwar die ersten Wagen an chinesische Kunden aus . Doch Probleme bei der Installation heimischer Ladestationen und bürokratische Widrigkeiten sorgen für Verzögerungen, auf die manch chinesischer Kunde mit wenig Verständnis reagiert. 

Jetzt haben die Kalifornier auch noch juristischen Ärger, wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg"  berichtet. Ein chinesischer Geschäftsmann, der sich vor Jahren die dortigen Markenrechte an Tesla gesichert hat. fordert umgerechnet knapp vier Millionen US-Dollar und will, dass Tesla sämtliche Aktivitäten in China aufgibt. Eine entsprechende Klage wegen Verstößen gegen das Markenrecht reichte Zhan Baosheng laut Bloomberg am 3. Juli in bei einem Gericht in Peking ein

Für Tesla ist Zhan, dem 2009 für zehn Jahre die Markenrechte für den britischen Namen Tesla in China zugesprochen wurden, kein Unbekannter. Offenbar haben die Kalifornier bereits versucht, ihm die Rechte abzukaufen. Laut Zhan soll Tesla 2012 zunächst 50.000 Dollar für die Markenrechte geboten haben und das Angebot dann noch einmal auf mehr als 320.000 Dollar (mehr als 230.000 Euro) erhöht haben. Beide Angebote habe er abgelehnt. Der Geschäftsmann hat sich ebenfalls die Domain www.tesla.cn gesichert. Sie führt auf sein Twitter-Profil.  Darüber hinaus sicherte er sich die chinesischen Rechte an den Markennamen Loremo und Cobasys (Bosch).

Auch andere Autobauer im Visier

Seitdem hat sich allerdings einiges getan. Nachdem Tesla Klage gegen die Markenrechtsvergabe einlegte, entzog das chinesische Markenamt im Juli 2013 Zhan die Markenrechte wieder. Eine Entscheidung, gegen die der Geschäftsmann in Berufung ging. Gleichwohl hat Tesla auf Basis des Richterspruchs seine chinesische Präsenz in Peking sowie die Internetpräsenz in China unter dem Tesla-Logo inzwischen eröffnen können.

Bei Tesla ist man zuversichtlich, im Markenstreit zu obsiegen. Zhas Klage werde den Elektroautobauer "in keiner Form davon abhalten, in China Geschäfte zu machen", zitierte Bloomberg  einen Tesla-Sprecher. Man habe angesichts von Zhans "Markendiebstahl" diverse Male geklagt. Verschiedene Instanzen, die sich mit dem Sachverhalt auseinandergesetzt hätten, hätten bereits zugunsten des Autobauers entschieden.

Apple hat gezahlt

Tesla wäre auch nicht das erste Unternehmen, das ein Markenstreit in China teuer zu stehen kommt. So ließ sich Apple  2012 auf eine 60 Millionen Dollar teuren Deal ein, um Markenstreitigkeiten um das iPad beizulegen. Und auch Burberry ist in einem Rechtsstreit in China verwickelt, nachdem ein Gericht hier deutliche Einschränkungen verfügte.

China ist mit 22 Millionen verkauften Autos im abgelaufenen Jahr der weltgrößte Fahrzeugmarkt der Welt. Verkäufer von Elektromobilen tun sich allerdings angesichts der mangelnden Infrastruktur noch sehr schwer. Im ersten Quartal wurden dort lediglich 7000 Elektrofahrzeuge verkauft, wie die "FT" berichtet. 

Tesla versucht dennoch, in dem Markt Fuß zu fassen und hat im April in Shanghai und Peking seine ersten Model S ausgeliefert.  Dutzende weitere Läden sollen folgen. Geht es nach Firmengründer Elon Musk, sollen in einigen Jahren auch Teslas in China produziert werden.

Allerdings scheint der Aufbau eines Ladenetzes ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Und womöglich muss sich Musk demnächst auch noch auf chinesische Konkurrenz einstellen. Vor wenigen Monaten hat der größte chinesische Autozulieferer Wanxiang die Reste des einstigen Tesla-Konkurrenten Fisker übernommen. Auch die Chinesen selbst zielen auf den Megamarkt China .

Und dann ist da noch der chinesische Mikro-Elektrowagenhersteller Kandi, den einige als möglichen zukünftigen Marktführer im Elektrosegment in China sehen. Das Unternehmen hat erst kürzlich Expansionspläne für Peking und Shanghai  angekündigt.