Samstag, 21. September 2019

Streit um Markenrecht Tesla muss um China-Geschäft bangen

Model S: Mit diesem Modell will Tesla in China punkten - doch es gibt Probleme

Tesla hat in China große Pläne - und Probleme. Jetzt haben die Kalifornier noch eine Klage am Hals. Ein Geschäftsmann, der sich vor Jahren die chinesischen Markenrechte am Tesla sicherte, fordert Millionen und will den Autobauer zum Rückzug aus China zwingen.

Peking/Hamburg - Für den erfolgsverwöhnten Elektroautobauer Tesla Börsen-Chart zeigen läuft es in China aktuell nicht wirklich gut. Im April lieferte der kalifornische Autobauer zwar die ersten Wagen an chinesische Kunden aus. Doch Probleme bei der Installation heimischer Ladestationen und bürokratische Widrigkeiten sorgen für Verzögerungen, auf die manch chinesischer Kunde mit wenig Verständnis reagiert.

Jetzt haben die Kalifornier auch noch juristischen Ärger, wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" berichtet. Ein chinesischer Geschäftsmann, der sich vor Jahren die dortigen Markenrechte an Tesla gesichert hat. fordert umgerechnet knapp vier Millionen US-Dollar und will, dass Tesla sämtliche Aktivitäten in China aufgibt. Eine entsprechende Klage wegen Verstößen gegen das Markenrecht reichte Zhan Baosheng laut Bloomberg am 3. Juli in bei einem Gericht in Peking ein

Für Tesla ist Zhan, dem 2009 für zehn Jahre die Markenrechte für den britischen Namen Tesla in China zugesprochen wurden, kein Unbekannter. Offenbar haben die Kalifornier bereits versucht, ihm die Rechte abzukaufen. Laut Zhan soll Tesla 2012 zunächst 50.000 Dollar für die Markenrechte geboten haben und das Angebot dann noch einmal auf mehr als 320.000 Dollar (mehr als 230.000 Euro) erhöht haben. Beide Angebote habe er abgelehnt. Der Geschäftsmann hat sich ebenfalls die Domain www.tesla.cn gesichert. Sie führt auf sein Twitter-Profil. Darüber hinaus sicherte er sich die chinesischen Rechte an den Markennamen Loremo und Cobasys (Bosch).

Auch andere Autobauer im Visier

Seitdem hat sich allerdings einiges getan. Nachdem Tesla Klage gegen die Markenrechtsvergabe einlegte, entzog das chinesische Markenamt im Juli 2013 Zhan die Markenrechte wieder. Eine Entscheidung, gegen die der Geschäftsmann in Berufung ging. Gleichwohl hat Tesla auf Basis des Richterspruchs seine chinesische Präsenz in Peking sowie die Internetpräsenz in China unter dem Tesla-Logo inzwischen eröffnen können.

Bei Tesla ist man zuversichtlich, im Markenstreit zu obsiegen. Zhas Klage werde den Elektroautobauer "in keiner Form davon abhalten, in China Geschäfte zu machen", zitierte Bloomberg einen Tesla-Sprecher. Man habe angesichts von Zhans "Markendiebstahl" diverse Male geklagt. Verschiedene Instanzen, die sich mit dem Sachverhalt auseinandergesetzt hätten, hätten bereits zugunsten des Autobauers entschieden.

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