Samstag, 25. Januar 2020

Markenbotschafter Mercedes feuert Boris Becker

Bum Bum Boris: Abschied von Mercedes

Zweifelhafte Fernsehauftritte und eine skandalträchtige Biografie: Daimler trennt sich von Ex-Tennisstar Boris Becker. In Sachen Markenbotschafter haben andere Autobauer ohnehin die Nase vorn.

Hamburg/Stuttgart - Es war wohl so etwas wie eine Warnung: "Du nervst!", musste sich Boris Becker im jüngsten TV-Spot für den Mercedes-Benz SL sagen lassen. Nun hat der Stuttgarter Autobauer den Ex-Tennisprofi tatsächlich vor die Tür gesetzt.

Daimler Börsen-Chart zeigen will Becker übereinstimmenden Medienberichten zufolge nicht mehr als Markenbotschafter für Mercedes-Benz haben. Demnach wurde der Vertrag zum Jahreswechsel aufgehoben - noch vor Ende der Laufzeit. Becker solle aber das volle Honorar erhalten. Daimler bestätigte den Rauswurf.

Der 46-jährige Becker besitzt in Stralsund, Ribnitz-Damgarten und Greifswald drei Mercedes-Autohäuser.

Markenbotschafter wie vormals Becker sind Prominente, die mit ihrem "guten Namen" für ein Unternehmen oder Produkt werben. Allerdings hatte der Ex-Tennisstar in den vergangenen Monaten für unangenehme Schlagzeilen gesorgt, unter anderem mit einer skandalträchtigen Biografie und mit zweifelhaften Fernsehauftritten.

Klopp-Spot erhitzt Gemüter

Langweilig wird dem Leimener trotzdem nicht werden: Becker gibt am Montag sein Grand-Slam-Debüt als Trainer. Für seinen Schützling Novak Djokovic geht es bei den Australian Open um den vierten Melbourne-Titel in Folge. Kenner beäugen Beckers Zusammenarbeit mit dem Weltranglisten-Zweiten kritisch.

Mercedes bleiben nach Beckers Rauswurf vornehmlich Markenbotschafter aus dem Golfsport wie etwa Bernhard Langer oder der jüngste Neuzugang Martin Kaymer. Auch Michael Schumacher ist nach wie vor Mercedes-Botschafter. Der Formel-1-Rekordweltmeister liegt nach einem Skiunfall im künstlichen Koma.

Umtriebiger in Sachen Markenbotschafter ist da Opel: Der Rüsselsheimer Autobauer wirbt schon Jahre lang mit Borussia-Dortmund-Trainer Jürgen Klopp. Allerdings sorgte jüngst ein TV-Spot für das Opel-Modell "Mokka" für Ärger: Klopp sagt darin "Mit Opel geht es ja nur noch bergauf" - missverständlich gerade vor dem Hintergrund der geplanten Schließung des Bochumer Opel-Werks zum Jahresende.

VW und Audi setzen auf Hochkaräter

Zuvor hatte Opel auch mit Pop-Sternchen Lena Meyer-Landrut geworben, den Vertrag allerdings 2011 beendet. Die britische Sängerin Katie Melua arbeitete ebenfalls schon einmal für die Rüsselsheimer.

Auch BMW Börsen-Chart zeigen bringt sich gern in Verbindung mit Sport und Kultur: Die Münchener werben mit Extrem-Kletterer Stefan Glowacz. Erst im Dezember hatte BMW das Engagement von Startenor Jonas Kaufmann verlängert.

Volkswagen Börsen-Chart zeigen zeigt in seinen Spots gar hochkarätige Popstars: Die Wolfsburger holten bereits den Depeche-Mode-Frontmann Dave Gahan ins Golf-Cockpit. Auch Supermodell Heidi Klum und ihr Ex-Mann Seal warben für VW.

Der Konzern, der 2013 einen Absatzrekord feierte, hat ebenfalls Sportler als Markenbotschafter: So ist der mit seinem Stratosphärensprung bekannt gewordene Extremsportler Felix Baumgartner ebenso dabei wie der Windsurf-Weltmeister Philip Köster.

Die VW-Tochter Audi ließ sich ebenfalls nicht lumpen: Sie verpflichtete vor einigen Jahren den US-Superstar Justin Timberlake als Werbeträger für den A1.

ts mit dpa-afx, sid

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