Montag, 16. September 2019

Kursrally nach Miniauftrag Was läuft da mit Herrn Manz und Tesla?

Gute Geschäfte mit Tesla? Manz-Chef und Großaktionär Dieter Manz

Der Auftrag ist geradezu winzig - und versetzt Anleger des Reutlinger Maschinenbauers Manz Börsen-Chart zeigen doch in Feierlaune: Auf einen gerade mal sechsstelligen Betrag beziffert die von Gründer Dieter Manz geführte Firma einen Auftrag, bei dem sie eine Pilotanlage für die Batterieherstellung liefern soll.

Doch die Aktie des TecDax-Unternehmens legte um bis zu 9 Prozent zu. Damit erhöhte sich der Firmenwert um immerhin 30 Millionen Euro.

Wer den Auftrag erteilt hat, ist unklar. Doch Investoren hoffen, dass US-Elektroautobauer Tesla Börsen-Chart zeigen hinter der Sache steckt und spekulieren auf wertvolle Folgeaufträge. "Obwohl das Auftragsvolumen relativ gering ist, sind die Perspektiven sehr vielversprechend", schrieb LBBW-Analyst Erkan Aycicek in einem Kommentar.

Tesla baut in Nevada derzeit die mit Abstand größte Batteriefabrik der Welt - für vier bis fünf Milliarden Dollar. Das von Multimilliardär Elon Musk geführte Unternehmen will die Akkus für ein massentaugliches Elektroauto verwenden, das in einigen Jahren auf dem Markt kommen soll. Zudem will Tesla stationäre Batteriespeicher produzieren und vermarkten.

Manz: "Haben den Interpretationsspielraum stark eingeschränkt"

Manz selbst öffnete Spekulationen Tür und Tor, indem das Unternehmen seine Mitteilung zweideutig eindeutig formulierte. Der Auftrag stamme "von einem der führenden Unternehmen der E-Mobility-Branche in den USA".

Ein Manz-Sprecher teilte manager magazin auf Anfrage mit, er wolle Spekulationen um den Auftraggeber nicht kommentieren. Jedoch ergänzte er: "Mit der Formulierung 'führendes Unternehmen der E-Mobility-Branche in den USA' haben wir den Interpretationsspielraum ja ohnehin schon recht stark eingeschränkt." Tatsächlich kommt im Bereich Elektroautos nach Tesla erstmal lange nichts.

"Das Thema Elektromobilität nimmt nun deutlich an Fahrt auf, mit signifikantem Umsatzpotenzial für die Manz AG", sagte Unternehmenschef Dieter Manz. "Entsprechend bin ich davon überzeugt, dass wir in unserem am schnellsten wachsenden Geschäftsbereich Battery schon bald Umsätze im dreistelligen Millionenbereich sehen werden."

Immer wieder schlagen deutsche Mittelständler Kapital aus dem Wirbel um tatsächliche oder vermeintliche Aufträge für schillernde US-Firmen. So zog zuletzt der bayerische Glashersteller Seele die Aufmerksamkeit auf sich.

Kein geringerer als Apple-Chef Tim Cook hatte dem 1000-Mitarbeiter-Unternehmen die Aufwartung gemacht. Seele produziert aufwändige Fassadenelemente für Apple, die unter anderem am neuen Hauptstandort zum Einsatz kommen. Eine Referenz, die bares Geld wert ist - so wie der mögliche Tesla-Auftrag für Manz.

mit dpa-afx und rtr

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