Erster Großkunde DB Schenker will 100 E-Trucks von MAN kaufen

Der Lkw-Bauer MAN hat einen ersten Abnehmer für seine geplanten Schwerlastwagen mit Elektroantrieb gefunden: Die Deutsche-Bahn-Tochter Schenker will schon ab dem kommenden Jahr insgesamt 100 Fahrzeuge übernehmen. Der Deal hat ein zweistelliges Millionenvolumen.
Bald startbereit: MANs Elektro-Truck soll schon ab 2024 ausgeliefert werden

Bald startbereit: MANs Elektro-Truck soll schon ab 2024 ausgeliefert werden

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

MAN hat einen ersten Großkunden für seine elektrischen Schwerlastwagen gefunden. DB Schenker wolle bis 2026 als Pilotkunde 100 neue Elektro-Trucks in seine Flotte aufnehmen, teilte die Traton-Tochter am Dienstag mit. Die ersten Fahrzeuge sollten im ersten Halbjahr 2024 übergeben werden.

Der Lkw-Bauer beginnt 2024 mit der Fertigung der elektrischen Schwerlastwagen in seinem Münchener Werk in einer Kleinserie. Nach Marktpreisen hat das Geschäft ein Volumen von etwa 30 bis 40 Millionen Euro.

Das Unternehmen plant bereits seit einiger Zeit, Mitte des Jahrzehnts einen elektrischen Schwerlaster auf den Markt zu bringen. Die Reichweite der Fahrzeuge soll zunächst bei 600 bis 800 Kilometern liegen, ab 2026 soll der Lkw mehr als 1000 Kilometer am Stück schaffen. Dafür braucht ein Fahrzeug etwa sechs Batterieeinheiten – mit einer Zwischenladung während der Ruhezeit des Fahrers.

Die erforderlichen Batteriesysteme will MAN in einem eigenen Werk in Nürnberg herstellen. Der Konzern hatte im vergangenen Sommer zu dem Zweck eine Investition von 100 Millionen Euro bekanntgegeben. Die Systeme, in den nächsten Jahren zunächst noch manuell gefertigt, sollen von Anfang 2025 an in Großserie aus dem Nürnberger Werk kommen, sagte MAN-Vorstandschef Alexander Vlaskamp. Eine Produktion eigener Batteriezellen ist bisher nicht vorgesehen.

Die neue Fabrik in Nürnberg soll im Endausbau 100.000 Batteriesysteme pro Jahr produzieren. Die Investition soll 350 Arbeitsplätze am Standort sichern.

MAN ist Teil der börsennotierten Traton SE, die sich mehrheitlich im Besitz des Volkswagen-Konzerns befindet. Neben MAN Truck & Bus befinden sich auch die Marken Scania, Navistar sowie Volkswagen Truck & Bus unter dem Traton-Dach.

Traton gab vor wenigen Tagen Absatzzahlen für das Jahr 2022 bekannt. Demnach verkaufte die gesamte Traton-Gruppe im vergangenen Jahr 305.500 Fahrzeuge (Lkw sowie Busse), womit erstmals in der Unternehmensgeschichte die Marke von 300.000 Einheiten überschritten wurde. Im Jahr zuvor hatte Traton 271.600 Fahrzeuge veräußert, die Steigerung beträgt mithin 12 Prozent. Die Verkäufe von MAN sanken allerdings in den abgelaufenen zwölf Monaten von 93.700 um 10 Prozent auf 84.500.

Umsatzzahlen für 2022 liegen von Traton bislang nicht vor. Die jüngsten Ergebnisse wurden Ende Oktober 2022 für die ersten neun Monate des vergangenen Jahres veröffentlicht. Seinerzeit meldete Traton einen Umsatzanstieg um 32 Prozent auf 28,5 Milliarden Euro. Der operative Gewinn legte leicht auf 1,347 Millionen Euro zu, so das Unternehmen. Angaben zum Umsatz oder Gewinn der Tochter MAN machte Traton nicht.

cr/Reuters
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