Millioneninvestiton in Elektromobilität MAN baut Fabrik für Batteriemodule in Nürnberg

Die Traton-Tochter MAN will in Nürnberg künftig Batteriesysteme fertigen. Dafür investiert der Lkw-Hersteller rund 100 Millionen Euro.
Sollen künftig mit Strom fahren: Nutzfahrzeuge von MAN

Sollen künftig mit Strom fahren: Nutzfahrzeuge von MAN

Foto: Juan Carlos Rojas/ dpa

Der bayerische Nutzfahrzeughersteller MAN baut an seinem Standort in Nürnberg für knapp 100 Millionen Euro ein neues Werk für Batteriemodule. Die Systeme, in den nächsten zweieinhalb Jahren noch manuell gefertigt, sollen von Anfang 2025 an in Großserie aus dem Nürnberger Werk kommen, sagte MAN-Vorstandschef Alexander Vlaskamp am Mittwoch in Nürnberg. Eine Produktion eigener Batteriezellen ist bisher nicht vorgesehen.

MAN gehört zur Volkswagen-Tochter Traton. Der Lkw-Bauer will Mitte des Jahrzehnts einen elektrischen Schwerlaster auf den Markt bringen. Die Reichweite der Fahrzeuge soll zunächst bei 600 bis 800 Kilometern liegen, ab 2026 soll der Lkw mehr als 1000 Kilometer am Stück schaffen. Dafür braucht er etwa sechs Batterieeinheiten – mit einer Zwischenladung während der Ruhezeit des Fahrers. Die neue Fabrik in Nürnberg soll im Endausbau 100.000 Batteriesysteme pro Jahr produzieren. Die Investition in Nürnberg soll 350 Arbeitsplätze am Standort sichern.

Nach Darstellung von MAN sollen bereits Mitte des laufenden Jahrzehnts die Betriebskosten für einen Lkw mit E-Antrieb jene eines Diesel-Lasters nicht mehr übersteigen. Spätestens dann werde die Nachfrage nach E-Lastwagen deutlich anziehen.

Daimler Truck prüft ebenfalls Bau einer Batteriefabrik

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU; 55) sagte, die MAN-Investition sei wie eine Frischzellenkur für den Freistaat. "Dies ist ein gutes Beispiel für gelungene Industriepolitik", sagte Söder. Es müsse nun dafür gesorgt werden, dass genügend Ladepunkte vorhanden sind. Bayern stellt zur Förderung von Energieforschung und Technologie Fördermittel in Höhe von 30 Millionen Euro in Aussicht. Damit soll auch die Nachhaltigkeit der Batterietechnik verbessert werden.

Der Lkw-Bauer Daimler Truck prüft nach Informationen des manager magazins  den Bau einer eigenen Batteriefabrik. Die Entscheidung soll voraussichtlich noch in diesem Jahr, spätestens aber Anfang 2023 fallen. Die Nutzfahrzeughersteller stehen unter dem Druck der EU, verbindliche Klimaschutzziele einzuhalten. Neue Modelle sollen bis 2025 im Durchschnitt 15 Prozent und bis 2030 mindestens 30 Prozent weniger Kohlendioxid als 2019/2020 ausstoßen. Daimler Truck setzt dabei auch auf Wasserstoff-Lkw, die ersten Modelle sollen ab Mitte des Jahrzehnts auf den Markt kommen und bis zu 1000 Kilometer schaffen.

mg/dpa-afx, Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.