Mittwoch, 27. Mai 2020

Uwe Ellinghaus Ex-Montblanc-Manager soll Cadillac auf Kurs bringen

Cadillac XTS: Die Luxuslimousine ist die Antwort der Amerikaner auf BMWs 5er und Mercedes' E-Klasse

2. Teil: US-Nobelmarke gibt in China Gas

Besonders stark legt die US-Marke derzeit in China zu - wenn auch von einer deutlich niedrigeren Basis als die deutschen Mitbewerber. In diesem Jahr soll der Absatz im Reich der Mitte um 50 Prozent auf rund 50.000 Fahrzeuge steigen, erklärte Ferguson im September gegenüber manager magazin online. Zum Vergleich: Audi lieferte im vergangenen Jahr in China über 400.000 Fahrzeuge aus.

"In China gibt es eine Aufnahmefähigkeit für US-Marken", so Ferguson. Entsprechend stark erweitert Cadillac sein Händlernetzwerk in China: Vor 18 Monaten hatte Cadillac erste 65 Händler in ganz China unter Vertrag, nun sind es bereits mehr als 200. Seit letztem Herbst produziert die US-Nobelmarke auch ihre Luxuslimousine XTS in dem Land.

Doch die Konkurrenz in China wird härter: Neben den deutschen Nobelmarken kämpft auch Nissans Luxustochter Infiniti um Marktanteile. Die Chinesen versuchen, mit Qoros eine eigene Auto-Luxusmarke ins Leben zu rufen. Auch die Fiat-Nobelmarken Maserati und Ferrari haben ambitionierte Expansionspläne.

Jahrelange Investitionen in die Marke

Doch Cadillac verlässt sich nicht nur auf China. Im Heimatmarkt USA ziehen die Verkäufe ebenfalls an: Im Oktober hat Cadillac in den USA fast 15.000 Fahrzeuge verkauft - der beste Monatseinzelwert seit Oktober 2007 und die 17. Steigerung in Folge.

General Motors erntet nun langsam die Früchte jahrelanger Investitionen. In den vergangenen Jahren haben die Amerikaner ihre gesamte Modellpalette kräftig aufgefrischt. "Wir mussten die Performance und das Design verbessern", gab Ferguson in dem Gespräch zu. Jetzt setze Cadillac alles daran, auch bei Auslieferung und Service besser als die Mitbewerber zu sein.

Mit Europa tun sich die Amerikaner allerdings nach wie vor schwer. "Das ist ein reifer Markt", sagte Ferguson. Zwar hat Cadillac vor kurzem seinen neuen Mittelklassewagen ATS auch nach Deutschland gebracht - doch die große Luxuslimousine XTS ist nach wie vor nicht in Europa erhältlich.

"Wir haben in Europa keine Eile", erklärte Ferguson bei dem Gespräch auf der Frankfurter Automesse IAA. "Wir wollen es lieber richtig machen".

Ellinghaus muss seine Erfahrung also eher für die Wachstumsmärkte China und USA als seinen Heimatkontinent nützen.

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