Nach Milliardenverlust Luca de Meo fährt Renault in die schwarzen Zahlen

Unter Luca de Meo hat Renault in 2021 eine beachtliche Kehrtwende hingelegt. Der Italiener in französischen Diensten fährt fast einen Milliardengewinn ein und erreicht sein Renditeziel zwei Jahre früher.
Luca de Meo: Unter seiner Führung hat Renault im vergangenen Jahr einen Nettogewinn von 888 Millionen Euro eingefahren, das operative Ergebnis ist fast doppelt so hoch

Luca de Meo: Unter seiner Führung hat Renault im vergangenen Jahr einen Nettogewinn von 888 Millionen Euro eingefahren, das operative Ergebnis ist fast doppelt so hoch

Foto: Eric Piermont / dpa

Vor ziemlich genau einem Jahr, erklärte der neue Renault-Chef Luca de Meo (54) im Interview mit manager magazin, wie er die gebeutelte französische Autoikone wieder in Fahrt bringen will . Mit Blick auf das Jahr 2021 darf man sagen: Im vergangenen Jahr hat de Meo sein Ziel erreicht. Der Autobauer ist 2021 in die Gewinnzone zurückgekehrt und hat dank eines Sparprogramms und steigender Preise sogar besser abgeschnitten als geplant.

Während der Umsatz trotz geringerer Autoverkäufe um 6,3 Prozent auf 46,2 Milliarden Euro zulegte, fuhr das Unternehmen mit 888 Millionen Euro unter dem Strich auch wieder einen Gewinn ein, teilte Renault am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris mit. Renault hatte 2020 in der Corona-Krise einen Rekordverlust von 8 Milliarden Euro verbucht. Die Pandemie hatte hausgemachte Probleme verstärkt. Im laufenden Jahr will Konzernchef de Meo weitere Sparerfolge verzeichnen, sieht aber noch Probleme mit der Chipversorgung.

De Meo war 2020 angetreten, um die schwächelnde Rendite bei den Franzosen wieder auf Vordermann zu bringen. Im vergangenen Jahr spielten ihm dabei trotz der weiter rückläufigen Verkäufe ähnlich wie bei den Wettbewerbern steigende Preise und die Konzentration auf margenstarke Segmente in die Karten.

Renditeziel zwei Jahre früher erreicht

Das bereinigte operative Ergebnis lag bei 1,66 Milliarden Euro nach einem Betriebsverlust von 337 Millionen Euro im Vorjahr. Die entsprechende Marge erreichte 3,6 Prozent - eigentlich hatte Konzernchef Luca de Meo erst wieder für 2023 eine Profitabilität von mehr als 3 Prozent versprochen. In diesem Jahr sollen es mindestens 4 Prozent werden. Die Ergebnisse aus dem vergangenen Jahr und die Aussichten für 2022 übertrafen die Schätzungen von Analysten.

Der Renault-Konzern hat 2021 weltweit 2,7 Millionen Autos und leichte Nutzfahrzeuge verkauft, das waren 4,5 Prozent weniger als im von Corona-Lockdowns belasteten Jahr 2020. Grund dafür waren unter anderem die Probleme mit der Halbleiterversorgung – zuletzt hatte Renault von dem Wegfall von einer halben Million Einheiten gesprochen. In der gesamten Branche sorgt jedoch die hohe Nachfrage bei knapper Produktion für lange Lieferzeiten und steigende Preise. De Meo hatte zuletzt schon angedeutet, dass er auch in diesem Jahr ein günstiges Preisumfeld erwartet. 2022 rechnet Renault damit, wegen der Chipknappheit rund 300.000 Autos weniger zu produzieren als unter normalen Umständen, was vor allem die erste Jahreshälfte betreffen werde.

rei/dpa-afx