Montag, 9. Dezember 2019

Lost in Neuland Die verzweifelte Suche der Autobauer nach Mobilitätsmodellen

Mobilität in Metropolen: Die Autobauer suchen händeringend nach zukunftsweisenden Geschäftsmodellen

Die Nachricht lief vielerorts unter ferner liefen: Das französische Mitfahrportal BlaBlaCar übernimmt den Wettbewerber Carpooling, in Deutschland bekannt unter Mitfahrgelegenheit.de. Was zunächst wie eine der vielen Start-up-Meldungen klingt, ist auf den zweiten Blick viel mehr: Es ist ein weiterer Beleg dafür, wie schwer sich die deutschen Autobauer mit der Erschließung neuer Geschäftsmodelle tun.

Denn Carpooling war eine der Plattformen, auf die der deutsche Autobauer Daimler Börsen-Chart zeigen Hoffnungen gesetzt hatte. Nun streicht Daimler die Segel. Und schlägt seine Minderheitsbeteiligung wieder los. Es hätte nichts gebracht, sich in der Konkurrenz zu den Franzosen aufzureiben, heißt es bei Daimler zu Begründung. "Zwei Plattformen, die sich gegenseitig bekämpfen, hätten auf Dauer keinen Sinn gemacht."

Dass das klassische Geschäftsmodell, das BMW Börsen-Chart zeigen , Audi Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen über Jahrzehnte erfolgreich betrieben und immer noch betreiben, ergänzt werden muss, um auch in Metropolen zukunftsfähig zu bleiben, darüber herrscht bei den Autobauern Einigkeit.

"Wir können nicht das, was die Industrie in der Vergangenheit gemacht hat, in den großen Metropolen der Welt genauso weiter machen. Das wird nicht funktionieren. Wir müssen mit neuen Lösungen kommen", brachte es BMW-Vorstand Ian Robertson in einemInterview mit manager magazin auf den Punkt.

Zukunftsfähige Konzepte für die Städte dringend gesucht

Doch wie das tatsächlich gelingen kann, daran arbeiten die Konzerne noch. Und sie tun sich offensichtlich schwer damit.

So hat die Daimler Mobilitäts-Tochter Moovel angekündigt "das Amazon der Mobilität" werden zu wollen. Und hat im Zuge der erweiterten Mobilitätstrategie im vergangenen Jahr beispielsweise die einst als revolutionär gefeierte Taxi-App Mytaxi übernommen.

Zuletzt ist es um das Start-up aber still geworden. Der mit Milliarden aufgepumpte US-Konzern Uber steht - wenn auch nicht mit unbedingt positiven Schlagzeilen - viel stärker im Licht der Öffentlichkeit.

Und nun steigt Daimler auch noch bei Carpooling aus. Die Werbetrommel für die eigene Plattform Moovel, auf der Kunden sich mit dem für sie günstigsten Mobilitätsanbieter verbinden lassen können und bei der Daimler auf Einkünfte durch Vermittlungsprovisionen setzt, rührt der Autobauer indes nur sehr verhalten.

Zwar sponserte der Automobilkonzern vereinzelte Konzerte, um bei der relevanten Zielgruppe einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erreichen. Doch flächendeckende Werbung war bislang Fehlanzeige.

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