Lockdown-Folgen Chinas Automarkt bricht um 50 Prozent ein

Autohersteller haben in China wegen der strengen Lockdowns im April einen massiven Einbruch erlitten. Jetzt sagt Peking auch noch die Asien-Spiele ab.
Desinfizieren soll helfen: Auch Peking riegelt mittlerweile Stadtteile ab und versucht eine Entwicklung wie in Shanghai zu vermeiden

Desinfizieren soll helfen: Auch Peking riegelt mittlerweile Stadtteile ab und versucht eine Entwicklung wie in Shanghai zu vermeiden

Foto: Andy Wong / dpa

Die umfangreichen Corona-Locksdowns setzen dem chinesischen Automarkt zu. Im April brach der Absatz der Hersteller in der Volksrepublik im Jahresvergleich um fast die Hälfte ein, wie der Herstellerverband CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) am Freitag in Peking mitteilte. Nach der Erholung zum Jahresanfang setzte sich damit der Trend vom März beschleunigt fort.

Der Herstellerverband CAAM misst den sogenannten Großhandelsabsatz der Hersteller an die Händler. Der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) misst indes den Verkauf von Pkw an die Endkunden. China ist für die deutschen Autokonzerne Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW der größte Einzelmarkt.

China praktiziert eine strikte Null-Covid-Politik, die schon bei vergleichsweise geringen Neuinfektionszahlen ganze Städte in den Lockdown schickt. Besonders betroffen ist der weltgrößte Containerumschlagplatz Shanghai, wo die Probleme zu erheblichen Störungen der Lieferketten führen. Auch die Hauptstadt Peking hatte zuletzt Massentests durchgeführt und Einschränkungen verordnet. Bei hochansteckenden Variante Omikron-Variante des Virus zeigen sich allerdings nun die Grenzen dieser Politik.

Rund 88 Prozent der Bevölkerung in China haben laut Statista  zwei Corona-Schutzimpfungen erhalten, doch hapert es an Auffrischungsimpfungen. Zudem gelten die vornehmlich im eigenen Land hergestellten und verspritzten Vakzine, Sinopharm und Sinovac, nicht als sonderlich wirkungsstark gegen die Omicron-Variante . Obwohl deutliche Kritik an den strengen Lockdown Maßnahmen laut wurde, hatte die chinesische Regierung zuletzt klargestellt, dass sie an ihrer Null-Corona-Politik festhalten werde.

China verschiebt Asien-Spiele auf unbestimmte Zeit

Vor diesem Hintergrund überrascht es auch nicht, dass China wegen der anhaltenden Verbreitung des Coronavirus die Asien-Spiele nun verschieben will. Die Wettkämpfe, die eigentlich im September in der ostchinesischen Metropole Hangzhou ausgetragen werden sollten, werden verlegt, wie chinesische Staatsmedien am Freitag unter Berufung auf die Organisatoren berichteten. Ein neues Datum wurde zunächst nicht genannt.

rei/dpa-afx