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Teuer und wenig Reichweite: Diese VW-Elektroautos lassen viele Kunden links liegen

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VW-Markenchef stellt Strategie 2025+ vor Diess rechnet mit Preissprung für Diesel-Autos

VW drückt aufs Tempo. VW-Markenchef Herbert Diess stellt die Strategie der Kernmarke bis 2025 vor - und verkündet große Ziele. Wie Diess VW nun in eine elektrisch angetriebene Zukunft führen will.

13.15 Uhr: So. Die Kameraleute haben ihre Bilder und Kurzstatements eingefangen - und wir haben noch VW-Markenchef Diess zum Kurzinterview bekommen. Darin erklärt der VW-Manager unter anderem: "Unser Ziel ist es, dass unsere Elektroautos ein vollwertiger Ersatz für herkömmlich angetriebene Fahrzeuge sind". Sie sollen also langstrecken- und familientauglich werden. Mehr zu Diess' Plänen für VW lesen Sie bei manager magazin Online am späteren Nachmittag.

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VW-Strategie-Pressekonferenz 2016: Ein Hauch von Zukunft in historischen Gemäuern

11.35 Uhr: Jetzt drängen die Kameraleute der TV-Anstalten für Einzelstatements ans Podium - wir schauen mal, wie aufgeschlossen Herr Diess möglicherweise dann für Fragen von manager-magazin.de ist.

11.30 Uhr: Werden Motoren deutlich teurer, will ein Journalist in der ausklingenden Pressekonferenz wissen. Antwort Diess: Diesel-Motoren würden durch die strengeren Emissionsvorschriften erheblich teurer. Bei Benzinmotoren würden im Preis ebenfalls steigen. Das sei auch durch die Umstellung auf die 48-Volt-Bordnetze bedingt. Dafür würden Elektroautos billiger - durch die Skaleneffekte bei der Fertigung von Lithium-Ionen-Zellen, durch verbesserte Leistungswerte. Zudem lägen die Betriebskosten von E-Autos unter den von Verbrennern.

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Autoriesen wollen mit Billigautos wachsen: Welche Konzerne auf günstige Schwellenland-Mobile setzen

Foto: Friso Gentsch/ picture-alliance/ dpa

11.20 Uhr: Die Antwort auf die Frage nach dem Einstiegspreis des geplanten Budget Car für China und Lateinamerika umkurvt Welsch wortreich: Solche Fahrzeuge seien keine "Billigautos" minderer Qualität mehr. Sie hätten durchaus ansprechendes Design, teils auch einfache Assistenzsysteme und seien keine Verzichtsmobile mehr. Beim Preis wolle man sich am "marktrelevanten Wettbewerb" orientieren, sagt Welsch - das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Renault hat mit dem Kwid bald auch in Lateinamerika ein SUV für unter 4000 Euro Neupreis auf dem Markt - mal sehen, ob auch VW so weit runter gehen kann.

Frank Welsch

Frank Welsch

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11.05 Uhr: Immer wieder kommen Fragen nach dem VW-Umschwung Richtung Elektroautos. VW-Entwicklungschef Frank Welsch sagt, dass VW aus seiner Sicht keinen Wettbewerbsnachteil bei Batterien habe. "Wir haben Reichweiten, die über 600 Kilometer hinausgehen", erklärt Welsch. Und Diess argumentiert, dass VW mit seinem Elektroauto-Fahrplan ab 2020 richtig liege. Bis dahin werde es in Europa, Teilen Chinas und wichtigen Regionen Nordamerikas eine gute Ladeinfrastruktur geben, auch die Reichweiten der Batterien werden sich bis 2020 deutlich erhöhen.

10.55 Uhr: Eine Journalistin fragt kritisch nach, warum VW nun die große Comeback-Story in den USA plane - schließlich habe es schon einige wenig erfolgreiche Anläufe gegeben. "Mag sein, dass wir uns häufiger um USA bemüht haben", sagt Diess. VW werde in den USA viel Ausdauer brauchen, gibt er zu. Bei Audi habe es auch Jahrzehnte gebraucht. Der neue Plan mit der SUV-Offensive sei "vielversprechend" und sei mit dem Konzern abgestimmt. Doch man werde "nicht in drei Jahren im Volumenwettbewerb mitspielen." In zehn Jahren, meint Diess, sei das aber möglich.

10.45 Uhr: Mit dem erklärten Ziel "Weltmarktführer in der Automobilität" werden zu wollen, deutet Volkswagen eine erneute Kursänderung an. Nach dem rasanten Wachstum der vergangenen Jahre unter dem damaligen Konzernchef Martin Winterkorn hatte die Wolfsburger unter dem Druck der Abgasmanipulation angekündigt, sich vom Ziel der Größe verabschieden zu wollen.

10.40 Uhr: Fragerunde in Wolfsburg. Hält Diess an den Zeitplänen des Ex-VW-Chefs Winterkorn für ein Billigauto fest? Diess antwortet darauf sehr diplomatisch, dass das Budget-Segment, wie er es nennt, "weiterhin Priorität" habe. Für Lateinamerika und China habe der Konzern bereits entsprechende Konzepte verabschiedet. Die entsprechenden Günstig-Fahrzeuge sollten bis 2020 auf den Markt kommen. Für den indischen Markt, wo Neuwagen teils weniger als 3000 Euro kosten, arbeite der Konzern noch an einer Billiglösung, führt dies weiter aus.

SUV-Offensive und Kampfansage für die USA

10.36 Uhr: In seiner Strategie verpackt Diess aber auch eine Kampfansage: In den USA muss VW von einem "Nischenanbieter" zu einem "relevanten und profitablen Volumenhersteller" werden, gibt Diess vor. Nur Investitionssummen nennt der Manager für Nordamerika nicht. Dafür für Südamerika: Dort will Diess 2,5 Milliarden Euro in neue Produkte investieren. Einmal geht er noch kurz auf den Zukunftspakt ein und verspricht, in Deutschland bis 2020 3,5 Milliarden Euro in den Umbau der Werke zu investieren.

10.34 Uhr: Für all das verpasst sich VW auch noch ein neues Motto. Statt "Das Auto" zu bauen, ist nun die Vision eine englischsprachige: "Moving People Forward" ist das neue Leitmotiv des Konzerns.

10.30 Uhr: Die Elektroauto-Plattform MEB werden auch die anderen Konzernmarken nutzen, für der VW-Markenchef weiter aus. Doch so richtig viel neues erzählt Diess hier nicht. Lieber kündigt er eine digitale Plattform für voll vernetzte VWs namens "We" an, die bereits entwickelt werde und 2025 bereits 80 Millionen Nutzer haben soll. Apps sollen dafür auch von Dritten entwickelt werden - das ist für den bisher eher geschlossenen VW-Konzern auch ein Novum.

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Batterie-Designstudie mit 600 Kilometern Reichweite: So sieht der erste echte Elektro-Volkswagen aus

Foto: manager magazin online

10.25 Uhr: Jetzt geht Diess näher auf die Elektroauto-Offensive ein. Neben ihm steht die Elektroauto-Studie I.D., die der Konzern bereits in Paris zeigte. Sie zeige, wo die Marke VW langfristig hinwolle - bei Technologie und Design. Denn VW soll als Marke auch sympathischer werden, verkündet Diess.

10.20 Uhr: Gas geben will Diess erstmal auch in Nord- und Südamerika - mit SUVs für diese Märkte. Der kürzlich vorgestellte Fullsize-SUV "Atlas" für den US-Markt war erst der Anfang. Schon in vier Jahren werde VW 19 SUVs im Programm haben - gegenüber 2 Modellen heute. Der Anteil der SUVs soll in allen großen Märkten mehr als 30 Prozent des Gesamtvolumens ausmachen. Reduzieren will Diess die Zahl der Varianten, der Plattformen und Antriebe - die sollen je um mindestens ein Drittel schrumpfen. Bereits im vergangenen Jahr habe VW 15.000 Bauteilvarianten aus dem Programm genommen, das habe 700 Millionen Euro "für Zukunftstechnologien freigespielt", sagt Diess.

Produktivität, Rendite - Diess rechnet schonungslos mit VW ab

10.15 Uhr: Fahrspaß werde in zehn Jahren, wenn fast alle neuen Fahrzeuge online sein werden, auch viel mit schneller Datenverbindung zu tun haben, stimmt Diess mit etwas versöhnlicheren auf die Zukunft ein. Etwas lässt dabei aufhorchen: Elektroautos würden laut Diess schon in vier bis fünf Jahren den Durchbruch schaffen - und "bald die bessere Alternative für die allermeisten Kunden sein".

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Batteriefabriken für Elektroautos: Um diese Wertschöpfungskette streitet Auto-Deutschland

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10.10 Uhr: Den Herausforderungen bei Emissionsvorschriften, CO2-Flottenzielen und durch neue Mobilitätsformen wie etwa Carsharing will Diess mit drei Phasen begegnen: Zuerst will er VW restrukturieren, bis 2020 soll VW "führender und profitabler Volumenhersteller werden". Ab 2020 startet dann die große Elektroauto-Offensive, spätestens 2025 will VW dabei Weltmarktführer mit mindestens eine Millionen verkaufter Elektroautos pro Jahr sein - bei einer Umsatzrendite von 6 Prozent. Bis 2030 wolle der Konzern dann "Weltmarktführer in der Automobilität" werden.

10.05 Uhr: Diess redet Tacheles, und nicht nur der Berenberg-Analyst dürfte mit dem Kopf nicken: Produktivität und Rendite der Marke VW sind zu niedrig, in den USA fehle seit Jahren ein Erfolgskonzept, in Schwellenländern wie Brasilien oder Indien verliere VW an Boden, den SUV-Boom habe man teilweise verschlafen, sagt Diess. So deutlich haben bislang nur wenige VW-Vorstände die Defizite ihrer Kernmarke benannt. Als Stärken der Marke sieht Diess die weltweite Bekanntheit der Marke und die Baukästen an- und die Qualitätsorientierung, die ihresgleichen suche.

10 Uhr: Gut möglich, das VW-Markenchef Diess gern härter eingespart und gekürzt hätte, aber der Betriebsrat im VW-Konzern ist nun mal eine echte Hausmacht. In Wolfsburg startet in diesem Moment die PK. Ein heller Raum mit viel weiß, links und rechts der Bühne zwei Elektroauto-Studien: Schon optisch will Volkswagen vermitteln, dass es hier in die Zukunft gehen soll. Heute ginge es um den zweiten Schritt, sagt der Pressesprecher. Herbert Diess bedankt sich, dass die Journalisten so kurzfristig der Einladung gefolgt sind. Nun spricht Diess davon, dass er Volkswagen "zukunftssicher" aufstellen und "nachhaltig profitabel" machen will. Soviel ist schon bekannt.

VW drückt aufs Tempo - auch bei Pressekonferenzen

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Leistungsvergleich der Autohersteller: So rutscht VW im Zahlen-Check ab

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9.55 Uhr: In einem starken Dax-Umfeld ziehen am Dienstag auch die Aktien von Volkswagen  an: plus 1 Prozent bei 121 Euro. Börsianer scheinen aktuell für die Aktie und den Konzern positiv gestimmt sein. Die Experten von der Berenberg-Bank sind es nicht. Analyst Alexander Haissl stuft VW-Titel mit "Verkaufen" ein, Kursziel 98 Euro. Puh! Das wären mal fast 20 Prozent weniger als der gegenwärtige Kursstand. Ein Argument des Experten: Die angekündigte Restrukturierung bei VW sei alles andere als bahnbrechend.

9:45 Uhr: Guten Morgen aus Wolfsburg! Nicht einmal 48 Stunden Vorlauf gewährte Volkswagen, um Journalisten zu einer der wohl wichtigsten Präsentationen von VW-Markenchef Herbert Diess einzuladen. Ab 10 Uhr beschreiben Diess und seine Kollegen im Vorstand der Kernmarke VW die Unternehmensstrategie der Marke VW bis 2025 und darüber hinaus. Der Konzern karrt die Pressevertreter dazu an einen geschichtsträchtigen Ort: Diess stellt den künftigen Volkswagen-Weg vor im 1959 gebauten, denkmalgeschützten und frisch sanierten Markenhochhaus des Konzerns auf dem Werksgelände in Wolfsburg.

Der VW-Markenchef wird wohl genauer darlegen, wie die Kernmarke ihre Elektroauto-Offensive im Detail schaffen will. Bereits 2025 sollen die Stromer im Konzern auf ein Viertel des Gesamtabsatzes kommen. Dazu benötigt VW nicht nur neue Modelle, sondern auch große Volumina an Batteriezellen und zahlreiche Ingenieure, die solche Zellen sicher verschalten und verpacken können.

Vermutlich sind auf der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Freitag einige wichtige Entscheidungen gefallen, die VW den Express-Weg ins Elektroauto-Zeitalter ermöglichen sollen. Und auch mit den Arbeitnehmervertretern hat sich Diess auf einen Zukunftspakt geeinigt, der für die Marke VW den Abbau von netto 14.000 Arbeitsplätzen in Deutschland vorsieht. Wir sind gespannt, was Diess nun im Detail vorhat - und berichten in Kürze live aus dem Markenhochhaus.

• Zur Einstimmung auf den künftigen Weg der Marke VW, den Markenchef Herbert Diess nun präsentieren will, empfehlen wir zur Lektüre:

Warum VWs Zukunftspakt nicht reichen dürfte VW-Konzernstrategie bis 2025: Aus 1 mach 3 - Müller schafft zwei neue Milliardenkonzerne

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