Folgen der Corona-Pandemie Leoni arbeitet an Antrag für Staatshilfe

Logo des Kabelspezialisten und Autozulieferers Leoni

Logo des Kabelspezialisten und Autozulieferers Leoni

Foto: Daniel Karmann/ picture alliance/dpa

Der kriselnde Autozulieferer und Kabelspezialist Leoni  rechnet für das laufende Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem deutlich schlechteren Abschneiden als zuvor geplant. Bereits im vergangenen Jahr war der Konzern wegen der Marktschwäche und weiteren Problemen tief in die roten Zahlen gerutscht, der Verlust unterm Strich bezifferte sich auf 435 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag in Nürnberg mitteilte. 2018 hatte Leoni noch einen Gewinn von 73 Millionen Euro eingefahren.

Vor einer Woche hatten die Franken vor deutlichen Belastungen durch die Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 gewarnt. Die tatsächlichen Belastungen durch die Pandemie seien derzeit nicht verlässlich in Zahlen zu fassen - Leoni geht aktuell daher von deutlich negativen Abweichungen gegenüber seiner ursprünglichen Planung aus, teilte Leoni am Montag weiter mit.

Zunächst von 4,8 Milliarden Euro Umsatz ausgegangen

Ursprünglich hatte der Konzern wegen mehrerer Projektanläufe mit einem moderat steigenden Umsatz zum Vorjahreswert von 4,8 Milliarden Euro gerechnet. Das um Sondereffekte und Umbaukosten bereinigte operative Ergebnis (Ebit) hätte sich von minus 66 Millionen Euro 2019 auf einen positiven mittleren zweistelligen Millionenbetrag erholen sollen.

Weil der Großteil der Kundschaft aus der Automobilindustrie derzeit seine Werke für Wochen stillgelegt hat, hatte Leoni ebenfalls bereits vorübergehende Werksschließungen in Europa, Nordafrika und Amerika angekündigt, in Deutschland soll zudem Kurzarbeit eingeführt werden. Das alles soll die Kosten schnell senken. Zusätzlich will Leoni das Angebot der Bundesregierung wahrnehmen und Staatshilfen beantragen - dieser Prozess zur Sicherung des Fortbestands des Geschäftsbetriebs sei aktuell weit fortgeschritten, hieß es am Montag weiter. Eingereicht sei der Antrag aber noch nicht.

msc/Reuters/dpa