Samstag, 28. März 2020

Rabatt für Elektroauto Zoe auf 5000 Euro erhöht  Renault erhöht Kaufprämie - und spart dennoch Geld

Renault Zoe: Den Elektro-Kleinwagen gibt es nun für 16.500 Euro. Trotz des satten Rabattes von 5000 Euro spart Renault dank der staatlichen Kaufprämie noch Geld - und setzt einen neuen Kampfpreis

Für Kunden, die über den Kauf eines Elektroautos nachdenken, ist es zunächst einmal eine gute Nachricht: Bis zu 4000 Euro Kaufprämie gibt es ab Mai für den Kauf eines Elektroautos, die Subvention teilen sich der deutsche Steuerzahler und der Autohersteller je zur Hälfte. Ein Stromer mit einem Listenpreis von 30.000 Euro kostet den Käufer also nur noch 26.000 Euro - wenn er nicht noch weitere Rabatte heraushandelt.

Nun setzt der französische Autohersteller Renault Börsen-Chart zeigen noch einen drauf. Für sein Elektromodell Zoe erhöht der Hersteller die von der Bundesregierung beschlossene Kaufprämie um 1000 Euro und gewährt damit insgesamt 5000 Euro Nachlass, wie Renault mitteilte. Der Zoe, der im ersten Quartal mit einem Marktanteil von 25 Prozent der beliebteste rein elektrische Kleinwagen in Deutschland war, ist somit abzüglich des Rabattes ab 16.500 Euro erhältlich. Allerdings kommt bei Renault noch eine monatliche Batteriemiete von 49 Euro hinzu.

Die preissensiblen deutschen Kunden dürften da ins Grübeln kommen: Zu einem Preis von 16.500 Euro ist der Zoe deutlich günstiger als der etwas größere VW E-Up, der abzüglich der Prämie noch 22.900 Euro kostet. Selbst der Kleinwagen Mitsubishi EV kostet trotz Kaufprämie immer noch knapp 20.000 Euro (siehe Übersicht).

Renault erhöht Rabatt auf 5000 Euro - und spart ab Mai dennoch 2000 Euro

Renault tut die Erhöhung des Rabattes auf 5000 Euro nicht weh. Bevor die deutsche Kaufprämie beschlossen wurde, hatte der Autohersteller dem Kunden bereits aus eigener Tasche einen Rabatt von 5000 Euro auf den Listenpreis spendiert. Renault habe die Subventionierung bisher "selbst in die Hand genommen, solange es sie vom Staat nicht gab", wie eine Sprecherin des Unternehmens bestätigte.

Nun sieht die Rechnung für Renault noch viel besser aus. Statt aus eigener Tasche 5000 Euro Rabatt zu gewähren, ist Renault jetzt nur noch mit 3000 Euro Eigenanteil dabei (Hälfte der Kaufprämie von 4000 Euro sowie Erhöhung um 1000 Euro aus eigenen Mitteln). Die übrigen 2000 Euro, die Renault bislang selbst finanzierte, zahlt nun der deutsche Steuerzahler.

So sehen Mitnahmeeffekte aus - die Autohersteller nehmen die Gabe des deutschen Steuerzahlers dankend an. Doch anstatt über Spareffekte beim französischen Konkurrenten Renault zu schimpfen, könnten sich deutsche Autohersteller wie VW, Opel und BMW Börsen-Chart zeigen an Renault Börsen-Chart zeigen ein Beispiel nehmen und den Rabatt ebenfalls einseitig erhöhen: Der maximale Zuschuss aus Steuergeld beträgt 2000 Euro, doch über die Höhe des Gesamtrabatts entscheiden die Hersteller allein.

Das wäre ein Preiskampf nach Aldi-Art: Vielleicht kommt Deutschland seinem ehrgeizigen Ziel von einer Million Elektroautos bis zum Jahr 2020 auf diese Weise doch noch ein Stück näher.

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