Gespräche mit Microsoft und Amazon Kartendienst Here will in die Wolke

Logo des Kartendienstes Here: Die neuen Eigentümer treiben den Umbau voran

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Ende vergangenen Jahres haben Daimler, BMW und Audi den Kartendienst Here übernommen - und damit an einer Digital-Allianz gegen Google geschmiedet. Schon damals hieß es, dass die drei deutschen Autoriesen gerne weitere Partner ins Here-Boot nehmen würden.

Nun ist klar, mit wem die neuen Here-Eigentümer über eine Beteiligung sprechen: Daimler-Entwicklungschef Thomas Weber bestätigte, dass Here mit den US-Konzernen Amazon  und Microsoft  verhandelt. "Wir sprechen mit Amazon, Microsoft und vielen Autobauern", sagte Weber einem Sprecher zufolge am Dienstagabend in Berlin. Dabei gehe es sowohl um die Übernahme eines Anteils an Here als auch um technische Kooperationen.

Gebraucht wird laut Weber ein Cloud-Anbieter, um die enorme Datenmenge bewältigen zu können, die der Kartendienst und seine Nutzer erzeugten. Allerdings haben die Autobauer noch keine Entscheidung getroffen, im Laufe des Jahres könnte es demnach soweit sein.

Die neuen Eigentümer treiben damit den Umbau des Kartenanbieters zu einer offenen Plattform voran. Dafür haben sie sich auch einen neuen Chef gesucht: Ende Februar hat der Niederländer Edzard Overbeek den Briten Sean Fernback an der Here-Spitze abgelöst.

Here soll eine offene Plattform sein

Audi, BMW und Daimler hatten den Kartendienst von Nokia im vergangenen Jahr für rund 2,6 Milliarden Euro übernommen, auch um zu verhindern, dass Here in die Hände des Internetriesen Google gerät. Hoch aufgelöstes digitales Kartenmaterial, wie Here sie anbietet, sind eine wichtige Voraussetzung für autonom fahrende Autos.

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Schon vor dem Kauf betonten die drei Autobauer, eine offene Plattform anbieten zu wollen, und luden Zulieferer, Konkurrenten und Unternehmen aus anderen Branchen zur Kooperation ein. Interesse bekundeten beispielsweise Daimlers Partner Renault-Nissan oder der Autozulieferer Continental.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte im Reuters-Interview kürzlich die Ansicht geäußert, dass es nicht sehr lange dauern werde, bis neue Partner als Anteilseigner aufgenommen werden. Die drei Autobauer würden bei Bedarf auch mehr Geld in die Expansion des Kartendienstes stecken. Zur Weiterentwicklung von digitalen Diensten in Fahrzeugen seien noch mehr Gemeinschaftsprojekte mit BMW und Audi denkbar, über die bereits gesprochen werde.

mit Material von Reuters