Montag, 14. Oktober 2019

Investoren gegen Autohersteller Lange Pause im Milliardenprozess gegen VW

Autobauer im Fokus: Gegen Volkswagen wird in der Stadthalle Braunschweig prozessiert.

Das milliardenschwere Musterverfahren von Volkswagen-Anlegern in der Dieselaffäre verzögert sich um mehrere Monate. Jeweils zwei geplante Termine für Oktober und November seien aufgehoben worden, teilte das Oberlandesgericht Braunschweig am Mittwoch mit. Als Grund werden umfangreiche Privatgutachten genannt, mit denen sich das Gericht und die jeweils andere Partei vor dem nächsten Termin beschäftigen müssten.

Das Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG), in dem Investoren gegen Volkswagen klagen, läuft vor dem Oberlandesgericht Braunschweig bereits seit Oktober 2018. Es hat nichts zu tun mit dem Verfahren zur Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen, das am Montag dieser Woche ebenfalls in Braunschweig begann, und in dem es um die Rechte von Volkswagen-Kunden gegenüber dem Autohersteller geht.

Volkswagen-Investoren fordern in dem Prozess nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) Schadenersatz in Milliardenhöhe für erlittene Kursverluste nach Bekanntwerden des Dieselbetrugs. Die Richter müssen beurteilen, ob Volkswagen die eigenen Investoren rechtzeitig über die Affäre rund um millionenfachen Betrug mit manipulierten Dieselmotoren informiert hat. Die Vorzugsaktien des Unternehmens hatten zwischenzeitlich fast die Hälfte ihres Werts verloren.

Die Fortsetzung des seit mehr als einem Jahr laufenden Verfahrens ist jetzt für den 16. Dezember geplant. Dabei sollen Fragen zur Bilanzierung erörtert werden. Verhandelt wird aus Platzgründen in der Braunschweiger Stadthalle.

cr/dpa

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