Mehr Geld für Ionity BMW will 2022 Elektroautoverkäufe verdoppeln

BMW erwartet gute Geschäfte im Schlussquartal. Im kommenden Jahr will der Autobauer mindestens 200.000 Elektroautos verkaufen und mehr Geld zum schnelleren Ausbau des Ladesäulennetzes Ionity zur Verfügung stellen.
BMW iX: Der vollelektrische SUV geht derzeit genauso an den Start für das vollelektrische Modell i4

BMW iX: Der vollelektrische SUV geht derzeit genauso an den Start für das vollelektrische Modell i4

Foto: Sebastian Geisler / imago images/Sebastian Geisler

Das Netz an E-Auto-Ladesäulen an Autobahnen des Betreibers Ionity soll schneller ausgebaut werden. "Wir haben die Ziele nochmal nach oben angepasst. Wir werden den Ausbau beschleunigen", sagte BMW-Finanzchef Nicolas Peter (59) am Dienstag in Frankfurt. Ionity ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Audi, BMW, Daimler, Ford, Hyundai und Porsche, das ein Netz von Schnellladestationen entlang von Autobahnen in Europa aufbaut.

BMW werde dafür mehr Mittel zur Verfügung stellen, sagte Peter weiter. Er sei zudem zuversichtlich, dass weitere Investoren hinzustoßen. Auch Daimler-Chef Ola Källenius hatte vergangene Woche erklärt, die Konsortialpartner wollten das Ionity-Netz "drastisch erweitern". Kürzlich hatte manager magazin berichtet , dass der Investmentriese Blackrock eine satte Kapitalerhöhung im Umfang von 750 Millionen Euro anführen wird, Blackrock selbst zeichnet 500 Millionen Euro; das restliche Drittel übernehmen die Alteigentümer.

Derzeit betreibt Ionity nach eigenen Angaben 383 Ladestationen in 24 Ländern. Weitere 37 sind im Aufbau. Nach dem ursprünglichen Plan wollte Ionity bis 2020 schon 400 Stromtankstellen errichten. Von exklusiven eigenen Ladestationen, wie sie Audi zum Beispiel plant , hält BMW unterdessen nichts. Die Infrastruktur zum Laden von E-Autos tauge nicht als Marketinginstrument, sondern sollte ein Gemeinschaftsprojekt sein, sagte Peter.

BMW will 2022 mindestens 200.000 reine E-Autos verkaufen

Nach mehr als 100.000 reinen Elektroautos in diesem Jahr will BMW 2022 mit seinen neuen Modellen i4 und iX mehr als doppelt so viele E-Autos verkaufen. BMW verzeichne für beide Modelle sehr gute Auftragseingänge und schon jetzt lange Lieferzeiten. Die Versorgung mit Batteriezellen sei bis 2025 sichergestellt, sagte Peter. Gerade verhandle BMW über Verträge für die zweite Hälfte der Dekade. Er sehe keine Probleme, ausreichende Kapazitäten zu guten Preisen zu sichern - auch wenn BMW anders als Volkswagen und Daimler keine eigenen Zellfabriken bauen werde.

Mitte des kommenden Jahres will BMW dann auch das Konzern-Flaggschiff, den 7er, in einer vollelektrischen Variante als i7 an den Start bringen. Erzrivale Daimler hat dieses Jahr bereits die S-Klasse der Stammmarke Mercedes-Benz als vollelektrischen EQS auf den Markt gebracht.

Für das kommende Jahr rechnet der Autobauer mit anhaltendem Wachstum und stabilen Preisen bei Neuwagen. "Wir gehen davon aus, dass das Halbleiter-Thema uns in das Jahr 2022 begleiten wird. Das ändert aber nichts daran, dass wir auch im kommenden Jahr wachsen werden", führte Peter weiter aus. Das zweite Halbjahr werde dabei besser werden als die erste Jahreshälfte. BMW wolle im Schnitt die Neuwagenpreise um ein Prozent erhöhen und gehe von einer guten Preisdurchsetzung auch 2022 aus. Der Münchner Autobauer konnte trotz Absatzrückgang im dritten Quartal den Gewinn erhöhen, denn vor allem die Premiumhersteller können bei anhaltend starker Nachfrage derzeit höhere Preise durchsetzen.

BMW hob deshalb im September die Prognose für die Pkw-Rendite in diesem Jahr auf 9,5 bis 10,5 Prozent an. Da der Absatz im vierten Quartal gut laufe, ist Peter zufolge das obere Ende der Spanne in Sicht. "Ich wäre enttäuscht, wenn wir nicht im oberen Bereich der Prognose landen", sagte Peter. Allerdings sei eine Marge von mehr als zehn Prozent vom Sondereffekt Chip-Krise bedingt und noch kein Dauerzustand.

rei/Reuters/DPA
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