Sprechzettel für Trennungsgespräche Interne Anleitung – wie Daimler seine Mitarbeiter loswerden will

Der Daimler-Vorstand will mehr als 15.000 Jobs abbauen. Schon im Frühjahr schulte er die Führungskräfte für die anstehenden Trennungsgespräche. Interne Papiere zeigten schon früh, wie die Mitarbeiter unter Druck gesetzt werden können.
Düstere Stimmung: In der Daimler-Zentrale in Stuttgart sorgen die Papiere für Unruhe

Düstere Stimmung: In der Daimler-Zentrale in Stuttgart sorgen die Papiere für Unruhe

Foto: 2020 Getty Images
Klassiker des Jahres 2020

Zum Ausklang des Jahres 2020 bieten wir Ihnen nochmals die meistgelesenen, kontroversesten und bei unseren Leserinnen und Lesern beliebtesten Text an. Dieser ist einer davon.

"Hallo, Tom, vielen Dank für dein Kommen, setz dich doch bitte. Tom, wir haben dich zum Gespräch gebeten, um dich über die aktuelle Situation zu informieren. Du kennst die bestehenden Herausforderungen und die Zielvorgaben für unser Unternehmen. Auch in meinem Verantwortungsbereich werden wir die Strukturen im Rahmen von MOVE verändern..." (Vorschlag für den Beginn eines Trennungsgesprächs, Daimler, internes Seminar April 2020)

Wer als Daimler-Mitarbeiter in diesem oder kommenden Jahr zu einem "Personalgespräch" gebeten wird, wer dann auch noch von seinem Abteilungsleiter gemeinsam mit einem Vertreter der Personalabteilung erwartet und so ähnlich begrüßt wird, der darf sich sicher sein: Er ist nicht mehr erwünscht.

Der krisengeschüttelte Autokonzern will deutlich mehr als 15.000 Stellen der insgesamt 300.000 Arbeitsplätze streichen, das hat Personalvorstand Wilfried Porth (61) inzwischen bestätigt. Bis 2022 sollten die Personalkosten um mindestens 1,4 Milliarden Euro gesenkt werden, hieß es bereits vor Beginn der Corona-Krise. Nun ist klar, auch das wird nicht ausreichen. "1,4 Milliarden waren die Basis. Jetzt wird die Zahl definitiv größer", teilte Porth mit. Jede zehnte Managementstelle weltweit soll wegfallen. Es geht um Jobs bei Mercedes-Benz und in der Van-Sparte genau so wie bei den Trucks und in der Verwaltung. In der Produktion könnten zunächst Bereiche wie die Logistik betroffen sein, nicht die Arbeiter am Band.

Die ersten Gespräche mit Mitarbeitern laufen bereits. Ab Juni soll das Abbauprogramm dann "in der Fläche" ausgerollt werden; das geht aus Dokumenten hervor, die manager magazin vorliegen – und mit denen Personalvorstand Porth das Management in Seminaren auf die Trennungsgespräche vorbereitet.

manager magazin plus

Jetzt weiterlesen. Mit dem passenden manager Abo.

Einen Monat für € 0,99 testen. Jederzeit kündbar.

Ihre Vorteile:

  • manager magazin+ und Harvard Business manager+ im Paket
  • Alle Inhalte von m+ und HBm+ auf der Seite manager-magazin.de und in der manager-Nachrichten-App
  • Der Inhalt der gedruckten Magazine inkl. E-Paper (PDF)
Jetzt für € 0,99 testen

Sie sind bereits Digital-Abonnentin oder -Abonnent? Hier anmelden

Weiterlesen mit manager+

Immer einen Einblick voraus

Ihre Vorteile mit manager+

  • manager magazin+

    in der App

  • Harvard Business manager+

    in der App

  • Das manager magazin und den Harvard Business manager lesen

    als E-Paper in der App

  • Alle Artikel in der manager-App

    für nur € 24,99 pro Monat

Sie haben bereits ein Digital-Abonnement?

manager+ wird über Ihren iTunes-Account abgewickelt und mit Kaufbestätigung bezahlt. 24 Stunden vor Ablauf verlängert sich das Abo automatisch um einen Monat zum Preis von zurzeit 24,99€. In den Einstellungen Ihres iTunes-Accounts können Sie das Abo jederzeit kündigen. Um manager+ außerhalb dieser App zu nutzen, müssen Sie das Abo direkt nach dem Kauf mit einem manager-ID-Konto verknüpfen. Mit dem Kauf akzeptieren Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung .

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.