Ranking der Technikneuheiten Das sind die Top-Innovationen der Autohersteller

Automatische Ampelerkennung, neuartige Head-up-Displays, Verkehrsberechnung in der Cloud: Das sind die besten Innovationen der Automobilbranche im vergangenen Jahr, ausgewählt vom Forschungsinstitut Center of Automotive Management (CAM).
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Stadt-Tempomat mit Ampelfunktion, BMW 3er: Wer sich beim Kauf eines neuen BMW 3er oder X3 für ein erweitertes Fahrassistenzpaket entscheidet, bekommt nun auch eine aktive Ampelerkennung. Die Kameras des Fahrzeugs erkennen das rote, gelbe und grüne Licht von Ampeln – und berücksichtigen dies bei der Geschwindigkeits- und Abstandregelung. So bremst das Auto bis zum Stillstand, wenn es eine rote Ampel erkennt. Springt die Ampel auf Grün, erhält der Fahrer ein Signal für das Wiederanfahren. Bei schwierigeren Verkehrssituationen wird Fahrern eine manuelle Steuerung des Systems angeboten.

Das BMW-System funktioniert umfassender und klarer als etwa ein ähnliches System von Tesla. Das ergibt laut der Auswertung des Center of Automotive Management (CAM) Platz eins mit einer Innovationsstärke von 10,15. In die Auswertung fließen quantitative und qualitative Kriterien wie Reifegrad, Originalität, Kundennutzen und Innovationsgrad ein.

Foto: Armin Weigel/ dpa
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Head-up-Display mit Augmented Reality, Mercedes-Benz S-Klasse: Im vergangenen Jahr stellte Daimler-CEO Ola Källenius (52) die neueste Version der Mercedes S-Klasse vor – mit einem Head-up-Display, das so noch kein anderer Hersteller bieten kann. In der neuen S-Klasse werden Informationen in ein besonders großes Sichtfeld der Windschutzscheibe auf der Fahrerseite eingeblendet. Im Vergleich zur herkömmlichen Technologie wirkt es so, als würden die Hinweise in einer Entfernung von zehn Metern auf der Straße schweben.

Navigationspfeile werden dabei direkt auf die Straße "gelegt" – es sieht so aus, als würden die Fahrpfeile als Schilder über der Straße schweben. Sich zu verfahren, wird damit deutlich schwieriger. Das CAM bewertet diese Neuerung mit einer Innovationsstärke von 10,15 – das Head-up-Display der S-Klasse liegt damit gemeinsam mit BMWs Ampelerkennung auf Platz 1.

Foto:

Silas Stein / dpa

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Reichweitenerhöhung bei Tesla Model S: Als Neuerung des vergangenen Jahres mit dem zweithöchsten Innovationsstärke-Wert von 9,60 nennt das CAM in seiner Sonderauswertung für manager magazin die erhöhte Reichweite bei Teslas Model S. Der Wagen erziele die höchste Reichweite aller aktuell verkauften Elektroauto-Modelle, heißt es zur Begründung.

Dank einer Kombination aus Hard- und Softwareupdates konnte die maximale Reichweite des Model S (Long Range Plus) auf nun 391 Meilen bzw. 629 km (nach US-Norm) erhöht werden, ein Zuwachs von 4,8 Prozent und der neue Bestwert über alle Segmente hinweg.

Foto: David Zalubowski / AP
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Cloud-Navigation bei Hyundais SUV Tucson: Hyundai fährt mit seinem SUV Tucson in der höhergelegten Kompaktklasse – und wartet mit einer Neuerung für das Segment auf: Bei der neuen Cloud-basierten Navigation soll die optimale Route auf leistungsfähigen Rechnern in einem Rechenzentrum berechnet werden.

Fahrern soll das eine verbesserte Berücksichtigung von Staus ermöglichen und die Ankunftszeiten und eine Neuberechnung der Route noch genauer machen. Für diese Segmentneuheit vergab das CAM einen Innovationsstärke-Wert von 7,40 – und damit Rang 3, gemeinsam mit der Smart Navigation von VW.

Foto: LVMPD/HANDOUT/EPA-EFE/REX/Shutterstock
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Smart Navigation im China-Passat von Volkswagen: Anderer Hersteller, ähnliches Navi-Prinzip: Im neuen, im April 2020 auf den chinesischen Markt gebrachten Passat wurde erstmals ein besonders smartes Navigationssystem verbaut, das Volkswagen mit seinem chinesischen Partner SAIC entwickelt hat.

Unter Smart Navigation verstehen die beiden Autobauer die Möglichkeit des Fahrzeugs, den aktuellen Verkehrsgegebenheiten entsprechende Navigationsrouten auszuwählen. Diese Auswahl wird auf Basis von Verkehrsdaten und einer künstlichen Intelligenz in der Cloud getroffen. Eine Cloud-basierte Navigation gibt es erstmals in diesem Segment. CAM bewertet das mit einem Gesamt-Innovationswert von 7,40 – VW/SAIC erreicht damit ebenfalls Rang 3.

Foto: Christoph Hardt / imago images/Future Image
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Drahtlose Assistenzsystem-Updates im Ford F150: Der Pick-up ist seit Jahrzehnten Fords bestverkauftes Modell in den USA. Aber auch Oldies können neue digitale Tricks lernen, das führt der Detroiter Autobauer mit seinem neuen Komfort-Feature vor. Erstmals soll mit dem neuen F150 ein Modell im Nutzfahrzeugbereich seine Assistenzsysteme via Mobilfunk-Anbindung auf neuesten Stand bringen können – statt dafür wie bisher bei einem Werkstatttermin.

Die sogenannten Over-the-Air-Updates, die per Mobilfunk-Internetverbindung an die Fahrzeuge geschickt werden, sollen neue Fahrzeugfunktionen und Verbesserungen etwa von Assistenzsystemen bringen. Für diese Segmentneuheit vergibt das CAM den Innovationswert von 7,25 und damit Rang vier – den sich der Ford-Riese allerdings mit Konkurrenten teilen muss. Etwa mit …

Foto: REBECCA COOK / REUTERS
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… Tesla, das für die neue Ampel- und Stoppzeichenerkennung des Autopilot-Assistenzsystems, stellvertretend im Kompakt-SUV Model Y, auf den Innovationsstärke-Wert 7,40 kommt. Mit dem Autopilot-Software-Update vom Dezember 2020 erhalten alle Tesla-Fahrzeuge in den USA mit der neuesten Hardwaregeneration (Version 3) ein neues Feature des Autopiloten. Wenn dieser aktiviert ist, werden Ampeln und Stoppschilder automatisch erkannt und im Fahrerdisplay angezeigt. Zusätzlich verlangsamt das Fahrzeug vor jeder Kreuzung – auch bei grünen und blinkenden Ampeln.

Erst wenn der Fahrer per Betätigung des Hebels am Autopiloten oder per Gasbefehl bestätigt, dass die Kreuzung überfahren werden kann, beschleunigt der Autopilot und überquert die Kreuzung. Allerdings gab es dabei auch eine Abwertung des CAM für Einschränkungen der Funktionalität im Vergleich zu Konkurrenz. Der aktualisierte Autopilot hält nämlich auch vor grünen Ampeln, das tut das System von BMW (siehe Platz 1) nicht.

Foto: WANG ZHAO / AFP
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Ebenfalls auf Rang 4 kommen zwei Innovationen, die in ähnlicher Art und Weise im Kompakt-SUV Enyaq der Volkswagen-Tochtermarke Skoda sowie im Elektromodell VW ID.3 zum Einsatz kommen. Bei beiden geht es um ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktionen. Beim Enyaq teilt es die Fahrinformationen in zwei Anzeigefelder auf, wobei ein sich im primären Sichtbereich des Fahrers befindliches Nahfeld neben aktueller Geschwindigkeit auch erkannte Verkehrszeichen und Navigationshinweise anzeigt.

Das Projektionsfeld für den Augmented-Reality-Bereich ist größer und befindet sich weiter oben im Blickfeld des Fahrers. Es ist auf die Straße gerichtet und kann größere Symbole wie bspw. Richtungspfeile anzeigen oder Warnhinweise einblenden.

Foto: DENIS BALIBOUSE/ REUTERS
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Beim VW ID.3 ist ein ähnliches Augmented-Reality-Head-up-Display als aufpreispflichtiges Extra erhältlich – und das erstmals im Segment der unteren Mittelklasse. Das neue Display ist in der Lage, wichtige Informationen wie etwa Abbiegepfeile auf die Windschutzscheibe zu projizieren. Der Fahrer sieht sie dann in einem scheinbaren Abstand von drei bis zehn Metern dreidimensional gestaffelt. Wenn die Abstandsregelung aktiviert ist, wird ab einer bestimmten Geschwindigkeit das Fahrzeug, hinter dem sich der ID.3 aktuell befindet, im Head-up-Display mit einem Leuchtstreifen markiert. Beide Head-up-Displays stellen in ihrem jeweiligen Segment eine Weltneuheit dar, das CAM bewertet sie mit einer Innovationsstärke von je 7,40 – und reiht sie damit ebenfalls auf Rang 4 ein.

Foto: DPA
wed
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