Mittwoch, 27. Mai 2020

Umparken im Kopf Opel und der Kampf gegen Vorurteile

Hoffen auf den zweiten Blick: Auch Opel sieht sich Vorurteilen ausgesetzt

Seit Jahren kämpft Opel gegen das Vorurteil, die Marke mit dem Blitz sei langweilig und verstaubt. Nun nimmt eine groß angelegte, gelb-schwarze Imagekampagne namens "Umparken im Kopf" sich ganz grundsätzlich des Themas Vorurteile an: Zufall? Wohl kaum.

Hamburg - Gelb und schwarz, wohin man schaut: Auf Großflächenplakaten, Zeitungsanzeigen und Online-Bannern werden derzeit Vorurteile auseinandergenommen wie zum Beispiel "Wer schwul ist, kann nicht Fußball spielen", "Hamburg bedeutet Regenwetter" oder "Karriere macht Frauen unweiblich".

Zusammengehalten wird die Imagekampagne unter dem Label "Umparken im Kopf" - doch wer auf Typografie und Farbgebung schaut, denkt unweigerlich an Opel, die FDP oder an die Opel-Werbefilme mit BVB-Trainer Jürgen Klopp. Steckt Borussia Dortmund dahinter? Die Liberalen? Opel selbst? Der Hinweis im Impressum der Website ist nicht gerade subtil: Für die Kampagne zeichnet "moccatactic" verantwortlich, ein taktischer Querpass auf Opels Hoffnungsmodell Mocca. Auch die Geschäftsführerin von "moccatactic", Wilma Haeusler, dürfte sich mit Opel gut auskennen - hat sie doch in ihrer Zeit bei Scholz & Friends verschiedene Opel-Imagekampagnen begleitet.

"Die Idee klingt interessant"

Bei Opel selbst gibt man betont zurückhaltend, wie bei Imagekampagnen dieser Art üblich. "Die Idee klingt interessant", heißt es bei Opel. Man trete aber nicht als Absender der fraglichen Motive auf und wolle Spekulationen hierzu nicht weiter kommentieren. Grundsätzlich, diesen Zusatz will sich der Opel-Sprecher dann doch nicht verkneifen, begrüße Opel jedoch "die kritische Auseinandersetzung mit Vorurteilen".

Wen wundert's? Der krisengebeutelte Autobauer kämpft seit Jahren selbst gegen ein handfestes Imageproblem - für viele gilt Opel noch immer als Opa-Marke, doch in Rüsselsheim selbst sieht man sich als "aufregend, nahbar und deutsch". Die Wahrnehmung der Marke Opel, das gibt man bei Opel zu, weiche jedoch "in Teilen der Öffentlichkeit noch von diesem Bild ab". Opel-Marketingchefin Tina Müller hatte bereits Ende 2013 eine Kampagne angekündigt, um das Image der Marke zu verbessern.

Was passt also besser, als jetzt das Thema Vorurteile aufzunehmen, betont offen, interaktiv und social-media-optimiert? "Wer von Zeit zu Zeit die Bilder in seinem Kopf überprüft, hat viel zu entdecken", heißt es auf der Website. Kann schon sein, dass man sich neben aktuellen Themen wie Homosexualität oder der Rolle der Frau in der Gesellschaft auch mal neue Gedanken über die Marke Opel macht.

la/mmo

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