iCar BMW und Daimler geben Apple einen Korb

Apple: Bei der Auto-Elektronik ist der iPhone Konzern schon vertreten. Doch der Einstieg in den Automarkt mit einem eigenen iCar dürfte nicht leicht fallen

Apple: Bei der Auto-Elektronik ist der iPhone Konzern schon vertreten. Doch der Einstieg in den Automarkt mit einem eigenen iCar dürfte nicht leicht fallen

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iCar-Pläne: Die bösesten Witze über das Apple-Auto

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Computer, Handys, Musikgeschäft - Apple hat so manches Produkt revolutioniert. Und Gewohnheiten von Konsumenten verändert. Da wundert es nicht, dass viele Menschen einem der innovativsten Konzerne der Welt auch den Bau eines gänzlich neuen Autos zutrauen. Elektrisch, selbstfahrend, total vernetzt, in bester Apple-Premiumqualität und als Massenprodukt selbstverständlich.

So einfach gestaltet sich die Disruption im Autobau aber offenbar nicht. Das muss jetzt selbst ein Elon Musk erfahren, dessen neues Model X dem Tesla-Chef derzeit mehr Probleme bereitet als ihm lieb sein kann . Ein Auto ist ein extrem komplexes Produkt, auch deshalb hat Tesla viele Ingenieure von anderen Wettbewerbern abwerben müssen, wie Branchenexperte Klaus Stricker von Bain unterstreicht. Und Apple fehle diese Expertise halt noch.

Vielleicht ist dies auch der Grund, warum deutsche Autobosse bislang vergleichsweise gelassen auf die vermeintliche Gefahr aus dem Silicon Valley für ihr Geschäft reagieren. Dass Daimler und BMW dem Technologiekonzern gleichwohl nicht als Steigbügelhalter für ein gänzlich neues Auto dienen wollen, liegt auf der Hand.

Jedenfalls scheint Apple jetzt endgültig mit seinem Versucht gescheitert zu sein, BMW und Daimler als Partner für den Bau eines neuen Autos zu gewinnen. Nach BWW-Chef Harald Krüger hätte nun auch Daimler-Lenker Dieter Zetsche die Verhandlungen mit Apple über eine gemeines Auto beendet, berichtet das "Handelsblatt"  am Donnerstag.

Apple suche nun nach neuen Partnern für den Bau seines iCar - unter Zulieferern und Spezialisten im Umfeld der Auto- und Softwarekonzerne. Zuletzt kursierten Gerüchte, dass der Computerkonzern dafür bereits ein Team zusammengestellt habe, das mitten in Berlin die Entwicklung des Apple-Autos und seine Markteinführung in Deutschland vorantreiben solle.

Die möglichen Motive von BMW und Daimler

BMW, Mercedes und Apple haben in der Vergangenheit Gespräche über die Entwicklung eines gemeinsamen Autos nie bestätigt. Apple hat sich noch nicht einmal offiziell dazu bekannt, an einem iCar zu arbeiten. Gleichwohl halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass der Computerkonzern ins Autogeschäft einsteigen will. Die Abwerbung hochkarätiger Ingenieure aus der Autoindustrie zu dem iPhone-Konzern gilt Beobachtern dabei als glaubhaftes Indiz für diese These.

Dem "Handelsblatt"-Bericht zufolge sollen die Gespräche vor allem an der Frage der operativen Führung des Projekts gescheitert sein und an Unstimmigkeiten darüber, wem die Daten der iCar-Kunden gehören und was mit ihnen geschehen soll.

Apple habe die Daten des total vernetzten Elektroautos in seine iCloud einbinden wollen. Die Deutschen hätten dagegen einen Schlüssel für ihren eigenen Erfolg auch darin gesehen, ihrer Kundschaft hohen Datenschutz versprechen zu können. Letzteres sahen sie mit der iCloud-Lösung so wohl nicht realisiert.

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Die Erklärung klingt plausibel, schließlich hatten Daimler, BMW und Audi schon vor geraumer Zeit rund drei Milliarden Euro für den Kartendienst "Here" von Nokia ausgegeben, um letztlich wohl auch die Hoheit über die Daten der Kunden zu behalten.

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Für Apple sollen die Premium-Autobauer BMW und Mercedes als erste Wahl für ein gemeinsam zu bauendes iCar gegolten haben. Insofern sei die Absage der Deutschen ein Schlag für den Konzernchef, heißt es in dem Bericht weiter. Als neuer möglicher zentraler Partner soll nun der österreichische Zulieferer Magna gelten. Magna könnte das iCar auch bauen, hatte bereits vor wenigen Tagen die "FAZ" unter Berufung auf eingeweihte Kreise berichtet. Magna lehnte dazu bislang jeden Kommentar ab.