Angebliches Autoprojekt Hyundai und Kia-Aktien stürzen ab - Apple-Kooperation abgeblasen

Hyundai beendet die Spekulationen: Derzeit werde mit Apple nicht über ein gemeinsames Autoprojekt verhandelt. Die Aktien von Hyundai und Kia geben deutlich nach.
Roboterauto in Planung: Der südkoreanische Autobauer Hyundai gab im März 2020 einen Ausblick auf seine elektrifizierte Zukunft - mit der Enthüllung des elektrisch angetriebenen Konzeptfahrzeugs "Prophecy"

Roboterauto in Planung: Der südkoreanische Autobauer Hyundai gab im März 2020 einen Ausblick auf seine elektrifizierte Zukunft - mit der Enthüllung des elektrisch angetriebenen Konzeptfahrzeugs "Prophecy"

Foto: Hyundai

Der südkoreanische Autobauer Hyundai und seine Tochterfirma Kia sind nach eigenen Angaben derzeit nicht in Gesprächen mit dem US-Elektronikriesen Apple zum Bau autonom fahrender Autos. Das teilten die Unternehmen am Montag in Mitteilungen an die Börse in Seoul mit und reagierten damit auf entsprechende Medienberichte. Hyundai und Kia bekämen von einer Reihe von Unternehmen Anfragen zur gemeinsamen Entwicklung selbstfahrender Elektroautos, es sei aber noch nichts entschieden, hieß es weiter. Die Aktien von Hyundai  verloren zuletzt gut 5 Prozent, die Papiere von Kia rund 14 Prozent.

Ende vergangener Woche hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, Apple habe entsprechende Gespräche zum Bau eines Elektroautos vor Wochen ausgesetzt. Zuvor hatte Hyundai Anfang Januar mitgeteilt, sich mit Apple in Gesprächen über eine mögliche Zusammenarbeit bei der Entwicklung und dem Bau eines selbstfahrenden Elektroautos sowie der hierfür nötigen Batterien zu befinden.

Wenige Stunden später ruderten die Südkoreaner aber wieder zurück und wollten nicht mehr von Apple konkret sprechen - der iPhone-Konzern gilt als äußerst sensibel, wenn Zulieferer oder Partner den Konzern öffentlich etwa als Kunden nennen wollen. Sobald sich ein potenzieller Partner auch nur halboffiziell als solcher outet, ist er nach Meinung vieler Branchenkenner für Apple bereits "verbrannt" – dürfte also nicht mehr für Kooperationen infrage kommen.

Wollte Hyundai kein bloßer Auftragsfertiger sein?

Wie die Nachrichtenagentur Reuters allerdings berichtet, habe sich Hyundai selbst aus den Verhandlungen zurückgezogen. Insidern zufolge hätte man sich intern wohl gesorgt, letztlich bei einem Deal die Position eines bloßen Auftragsfertigers für Apple nach dem Beispiel von Foxconn einzunehmen.

Apple hat die seit gut sieben Jahren umgehenden Gerüchte zum Einstieg in die Autobranche nie bestätigt. Unter dem Codenamen "Titan" hat Apple eine eigene Autosparte aufgebaut, um die sich seit Jahren wilde Gerüchte ranken. Eine Zeit lang warb Apple gezielt Experten für Elektroautos und autonomes Fahren von großen Autokonzernen ab. Schnelle Erfolge konnte Apples Team damit allerdings nicht vorweisen – zahlreiche der abgeworbenen Autoexperten suchten sich umgehend wieder neue Jobs.

Erst vor Kurzem mehrten sich aber die Zeichen, dass Apple mit seinem Autoprojekt, das häufig als "iCar" bezeichnet wird, doch weiter vorangekommen ist: Apple hat nach Informationen von manager magazin den Topingenieur Manfred Harrer von dem Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche abgeworben. Zuerst hatte Business Insider über die Personalie berichtet . Zudem gab es vor Kurzem Gerüchte, dass Apples Auto im Jahr 2024 auf den Markt kommen soll.

Apple hüllt sich, wie immer in diesem Bereich, in Schweigen. Fakt ist aber, wenn Apple in den Bau von Elektroautos einsteigen würde, droht eine Umwälzung des Wettbewerbs. Schon jetzt haben die großen deutschen Autobauer Volkswagen, BMW und Daimler mit dem Aufstieg von Elektroautospezialisten wie den US-Amerikanern von Tesla hart zu kämpfen.

mg/dpa-afx, Reuters
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