Samstag, 7. Dezember 2019

Dubiose Exporte der Hyundai-Konzerntochter Kia nach Norwegen Mit diesem Phantomauto hebelt Hyundai die Abgas-Grenzwerte der EU aus

Studie zu CO2-Flottenzielen: Diese Autohersteller haben die größten Abgasprobleme
DPA

4. Teil: Norwegen-Trick kaschiert schwere Probleme von Hyundai

Eine kreative Zulassungspolitik allein wird Hyundai bei seinem großen CO2-Problem langfristig aber nicht helfen. Wenn die Koreaner so weitermachen wie zuletzt, verfehlen sie in einigen Jahren die EU-Grenzwerte deutlich.

Bis 2021 müssen sämtliche Hersteller in der EU ihre CO2-Emissionen bei Neuwagen nochmals empfindlich senken - im Schnitt auf 95 Gramm je Kilometer. Bei Hyundai-Kia lief es zuletzt jedoch genau in die umgekehrte Richtung: Im vergangenen Jahr sind die durchschnittlichen CO2-Emissionen von Hyundai-Kias EU-Neuwagenflotte sogar leicht gestiegen, zeigt die Studie von PA-Consulting - anders als bei allen Konkurrenten.

"Hyundai und Kia bieten noch wenige alternative Antriebe an, und das Käuferverhalten hat sich in Richtung stärkere Motoren und SUVs verschoben", meint dazu PA-Automobilexperte Thomas Göttle. Die Koreaner hätten solide Technologie, aber eben nur wenig Innovationen bei der Motorisierung anzubieten.

Im Jahr 2021 drohen Strafen von mehr als 300 Millionen Euro

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Ändern die Koreaner nun nicht den Kurs, werden sie laut PA-Consulting-Prognose die EU-Vorgaben im Jahr 2021 um 4,5 Gramm CO2 verfehlen. Dann drohen ihnen Strafzahlungen in Höhe von über 300 Millionen Euro pro Jahr sowie eine kräftige Image-Delle als schmutziger Autohersteller. Um die strengeren EU-Vorgaben im Jahr 2021 einzuhalten, muss sich Hyundai-Kia deshalb in den kommenden Jahren mächtig ins Zeug legen, meint Göttle.

Die Koreaner müssen laut Göttle für ihre Diesel- und Benzinfahrzeuge möglichst schnell eine neue, sparsamere Motorengeneration entwickeln. Die sollte ab 2018 in den ersten Modellen verfügbar sein, ab 2020 müssen die neuen Spar-Motoren dann quer über die Modellpalette eingebaut werden.

"All das muss von Elektrofahrzeugen begleitet werden", rät Göttle, dazu sollte sich Hyundai-Kia auch noch einiges in Richtung Leichtbau einfallen lassen. Diese Schritte werden teuer - und dafür muss Hyundais Europa-Abteilung die Zentrale in Korea anpumpen.

Kia sieht sich auf gutem Weg

Kia selbst sieht sich auf gutem Weg. Bis zum Jahr 2020 will der Hersteller weltweit elf emissionsarme Fahrzeuge auf den Markt bringen, teilte Kia in der vergangenen Woche mit. Dafür werde das Unternehmen gut zehn Milliarden Dollar investieren.

Viel Geld sparen könnten die Koreaner, wenn sie bei der Motorenentwicklung mit einem Konkurrenten kooperieren. Doch Hyundai-Kia entwickelte bisher viel lieber im eigenen Haus. Wie auch immer Hyundais Europa-Team das drohende CO2-Problem löst, einige harte Sitzungsrunden im Firmensitz in Seoul stehen wohl noch an.

Eines steht jedenfalls jetzt schon fest: Ein paar Tausend Phantomautos wie der Kia Soul EV werden nicht reichen, um Hyundais CO2-Bilanz bis 2021 in Ordnung zu bringen.

Übersicht: Diese Autohersteller haben die größten CO2-Probleme

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Mitarbeit: Nele van Leeuwen

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