Aktivistischer Investor Paul Singer mischt Hella auf

Der US-Milliardär Paul Singer hat sich mit seinem Hedgefonds Elliott bei dem vor der Übernahme stehenden Autozulieferer Hella eingekauft. Der Hedgefonds-Gründer will aus einer möglichen Zwangsabfindung Kapital schlagen.
Unbequemer Investor: US-Milliardär Paul Singer wittert bei Hella die Chance, kurzfristig Gewinne zu erzielen

Unbequemer Investor: US-Milliardär Paul Singer wittert bei Hella die Chance, kurzfristig Gewinne zu erzielen

Foto: Remy Steinegger/ dpa

Der aktivistische Investor Paul Singer will an der geplanten Übernahme des Autozulieferers Hella durch den französischen Konkurrenten Faurecia verdienen. Der 77-jährige Investor hielt zum 8. November über seinen Hedgefonds Elliott 6,57 Prozent an Hella, wie aus einer am Montag veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung des Unternehmens hervorgeht. Der US-Investor ist unter anderem dafür bekannt, dass er sich bei vor einer Übernahme stehenden Konzernen einen Minderheitsanteil sichert, um bei einem sogenannten Zwangsabfindungsverfahren (Squeeze-out) einen höheren Preis zu erzielen. Die im MDax gelistete Aktie legte am Vormittag zuletzt 3 Prozent auf 62,16 Euro zu.

In Deutschland hatte Singer unter anderem bei dem Kranhersteller Demag und dem Kabelnetzanbieter Kabel Deutschland Erfolg mit seiner Methode. Gerade ausländische Konzerne wollen bei Übernahmen alle Anteile übernehmen, um das gekaufte Unternehmen von der Börse zu nehmen. Das erleichtert die Kontrolle und erspart zum Beispiel Hauptversammlungen.

Faurecia war im August als Sieger aus dem Poker um Hella hervorgegangen und hatte sich das 60-prozentige Paket der Familiengesellschaftern Hueck und Röpke für 3,4 Milliarden Euro gesichert. Faurecia will das zum Teil in bar und zum Teil in eigenen Aktien zahlen. Den übrigen Aktionären boten die Franzosen 60 Euro je Aktie.

Ende Oktober hatte Hella mitgeteilt, dass im Rahmen der Offerte knapp 15 Millionen der noch ausstehenden rund 44 Millionen Anteile angeboten wurden. Der Anteil Faurecias liegt damit über der Marke von 70 Prozent, aber noch weit entfernt von den 90 Prozent, die für ein Zwangsabfindungsverfahren notwendig sind. Da Singer jetzt schon mal 7 Prozent hält, wird es für Faurecia schwerer, über diese Schwelle zu kommen. Der französische Konzern ließ bisher immer offen, ob er Hella komplett übernehmen und von der Börse nehmen will. Aber ein unbequemer Investor wie Singer dürfte den Franzosen auf Dauer nicht recht sein.

mg/dpa-afx
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