Mittwoch, 21. August 2019

Tragödie beim Traditionshersteller Harley-Davidson verbucht 94 Prozent weniger Gewinn

LiveWire von Harley-Davidson: Mithilfe des Elektro-Motorrads will das Unternehmen den Weg aus der Krise finden
Harley-Davidson
LiveWire von Harley-Davidson: Mithilfe des Elektro-Motorrads will das Unternehmen den Weg aus der Krise finden

Eine Kehrtwende ist noch immer nicht in Sicht: Der seit Monaten kriselnde US-Motorradbauer Harley-Davidson muss auch für das Schlussquartal miese Zahlen verkünden.

Schwache Verkäufe insbesondere im US-Heimatmarkt ließen die Erlöse im vierten Quartal verglichen mit dem Vorjahreswert um rund 9 Prozent auf 955,6 Millionen Dollar (836,2 Millionen Euro) sinken, wie das Unternehmen am Dienstag in Milwaukee mitteilte. Der Nettogewinn brach sogar von 8,3 auf 0,5 Millionen Dollar ein - ein Minus von 94 Prozent.

Harley stand im Sommer 2018 wegen geplanter Produktionsverlagerungen ins Ausland zeitweise im Dauerfeuer der Kritik von US-Präsident Donald Trump, der im August sogar zum Boykott der mehr als 115 Jahre alten Marke aufgerufen hatte. Das Unternehmen reagierte mit der geplanten Verlagerung von Fertigungskapazitäten auf Vergeltungszölle der Europäischen Union im von Trump losgetretenen Handelsstreit.

Ein weiteres Problem für Harley ist die alternde konservative Stammkundschaft, bei jüngeren Leuten hat der Motorradbauer einen schweren Stand. Obwohl der Hersteller mit E-Motorrädern und anderen neuen Produkten einen Neustart versucht, sieht der Ausblick trübe aus. Für 2019 geht Harley von maximal 222.000 ausgelieferten Maschinen aus - dem niedrigsten Wert seit acht Jahren.


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Auch wenn die Erwartungen nicht gerade hoch waren, kamen die Quartalszahlen bei Anlegern schlecht an: die Aktie fiel vorbörslich zunächst um mehr als 7 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten ist der Kurs schon um mehr als 30 Prozent einbegrochen.

mg/dpa

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