Donnerstag, 5. Dezember 2019

EXKLUSIV Porsche-Familie steht hinter Hans Dieter Pötsch Jobgarantie für VW-Aufsichtsratschef trotz Anklage

Wolfgang Porsche (l.) und Hans Dieter Poetsch: "Herr Pötsch hat unser volles Vertrauen; auch wenn das Gericht die Anklage zulässt."

Die Porsche-Familie hat sich nachdrücklich hinter Volkswagen-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch gestellt. "Herr Pötsch hat unser volles Vertrauen", sagten die Familienchefs Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch dem manager magazin. Er solle sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Volkswagen AG weiter führen, auch wenn die Anklage wegen Marktmanipulation gegen ihn zugelassen werde. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte Pötsch und auch Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess im September angeklagt, weil sie die Finanzmärkte 2015 zu spät über drohende Strafen wegen des Dieselskandals informiert haben sollen. Porsche und Piëch ergänzten, sie seien überzeugt, Pötsch werde die Vorwürfe gegen ihn entkräften.

Die Familien Porsche und Piëch halten über die Holdinggesellschaft Porsche SE 53 Prozent der Volkswagen-Stimmrechte. Sie hatten sich 2015 für den Wechsel des damaligen Finanzvorstands Pötsch an die Spitze des Aufsichtsrats starkgemacht. "Wir benötigen in diesem mitunter nicht ganz einfach zu führenden Konzern jemanden an der Spitze des Aufsichtsrats, der das Unternehmen sehr genau kennt und der in der Lage ist, unterschiedliche Interessenlagen auszugleichen", sagte Hans Michel Piëch dem manager magazin. Pötsch erfülle "die Voraussetzungen wie sonst wahrscheinlich nur ganz wenige andere". Wolfgang Porsche ergänzte, "es gibt bei Volkswagen immer mal Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen; ich war da auch schon selbst beteiligt. Herr Pötsch ist dann ein exzellenter Vermittler."

Die amerikanische Umweltbehörde EPA hatte Volkswagen am 18. September 2015 zu hohe Dieselemissionen bei rund 500.000 in Nordamerika verkauften Autos vorgeworfen und Strafen in Höhe von bis zu 18 Milliarden Dollar angedroht. Der Konzern hatte die Anleger vorher nicht über mögliche Strafen informiert. Die Staatsanwaltschaft wirft Hans Dieter Pötsch, Herbert Diess und dem damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn Marktmanipulation vor. Sie hätten die Finanzmärkte schon Monate vorher informieren müssen. Das Landgericht muss jetzt entscheiden, ob es die Anklage zulässt und es zu einem Prozess kommt.

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