Montag, 18. November 2019

Groß-SUV angekündigt Nimmt Opel bald Anleihen bei diesem US-Geländebrummer?

Buick Enclave: Die Tochter von GM bedient sich gerne bei Opel - diesmal könnte es umgekehrt laufen. Allerdings ist der Enclave mit 5,1 Metern doch etwas groß
General Motors
Buick Enclave: Die Tochter von GM bedient sich gerne bei Opel - diesmal könnte es umgekehrt laufen. Allerdings ist der Enclave mit 5,1 Metern doch etwas groß

Geschenke erhalten die Partnerschaft: Die GM-Tochter Opel wird in Rüsselsheim einen großen SUV bauen. Dafür dürfen die Opel-Entwickler wohl kräftig im US-Teileregal zulangen.

Hamburg - Das Spiel mit dem Wecken von Erwartungen beherrscht Opel-Chef Karl-Thomas Neumann ziemlich gut. "Spannende Neuigkeiten" kündigte Neumann am Donnerstag via Twitter an, als General-Motors-Chefin Mary Barra zum Besuch in Rüsselsheim eintraf. Im Laufe des Tages hatten Barra und Neumann dann durchaus Erfreuliches anzukündigen. GM investiert weitere 500 Millionen Euro in seine deutsche Tochter, erklärte Barra.

Zudem können die Rüsselsheimer in einigen Jahren mit einem komplett neuen Modell punkten: Am Stammsitz soll zum Ende des Jahrzehnts ein großer, neuentwickelter Opel-Geländewagen vom Band rollen. Laut Barra soll der Opel-SUV ein "zweites Flaggschiff" neben dem Mittelklasse-Modell Insignia werden.

Solche Aussagen deuten auch darauf hin, dass Barra die Marke Opel in den kommenden Jahren etwas höher positionieren will. In die Oberklasse drängt es Opel zwar nicht, wie Neumann in Interviews mehrfach zu verstehen gab. Doch ein Modell der oberen Mittelklasse würde der Marke wohl gut zu Gesicht stehen.

Dass Opel durchaus in diese Richtung denkt, zeigten auch einige Konzeptautos. Vor einem Jahr zeigte Opel etwa auf der Frankfurter Automesse die Studie Monza - ein 4,7 Meter langes Coupé auf Basis des Insignia, das von den IAA-Besuchern und Fachmedien ziemlich positive Kritiken erhielt.

Spekulationen um Wiederbelebung des Modellnamens Monza

Die Zeitschrift Autobild meint deshalb zu wissen, dass der angekündigte, große Opel-Geländegänger unter der traditionsreichen Bezeichnung Monza auf den Markt kommt. Opel bezeichnet das als pure Spekulation. Autobild berichtet auch, dass die GM-Marke Buick die Basis für den Opel-SUV liefern wird. Die Rüsselsheimer meinen zwar postwendend, dass es noch zu früh sei, um über einen Plattformtausch mit Buick zu sprechen - denn der Opel-SUV kommt frühestens 2019 auf den Markt.

Doch ganz von der Hand zu weisen ist eine solche Überlegung nicht. Denn GMs etwas noblere US-Marke bedient sich fleißig bei den Rüsselsheimern. Ihr Modell Regal, das sich in China gut verkauft, ist im Prinzip ein Insignia, der Kompakt-SUV Encore entspricht zum Großteil dem Opel Mokka. Buick hat mit dem Enclave auch noch einen deutlich größeren SUV im Programm (siehe Bild), der als Grundlage dienen könnte. Doch es gibt ein Problem mit der Blaupause: Der Enclave misst stattliche 5,1 Meter und spielt somit in der Größenliga eines BMW X5 oder des Audi Q7 mit. Für einen Mittelklasse-Opel wäre das auch als SUV-Variante ein bisschen üppig.

Vermutlich ließe sich die für den Enclave verwendete Bodenplatte noch verkürzen. Doch der GM-Konzern hätte auch noch ein paar weitere Plattforme im Angebot, die sich als Blaupause eignen. So hat der Konzern für seine Nobelmarke Cadillac eine eigene Kompakt-Plattform mit dem internen Namen Alpha entwickelt, die bisher nur die Cadillac-Einstiegsmodelle CTS und ATS nutzen. Damit kommt die Alpha-Plattform nicht gerade auf hohe Stückzahlen. Ein Opel-Modell auf dieser Plattform, die von der Länge her ungefähr den Maßen des Insignia entspricht, könnte deshalb gerade GM-Kostenrechnern gut in den Plan passen.

Allerdings ist die Alpha-Plattform für Hinterradantrieb ausgelegt, den Opel bisher nicht hat. Doch dann könnte der Opel-SUV immerhin mit einem besonderen Fahrgefühl punkten - wenn sich die Kunden nicht für eine Allrad-Variante entscheiden.

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