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Aus für General-Motors-Marke Holden GM zieht sich aus Australien, Neuseeland und Thailand zurück

General Motors zieht sich aus Australien, Neuseeland und Thailand zurück. Bisher wurden die Autos der Marke Holden in Adelaide produziert.

General Motors zieht sich aus Australien, Neuseeland und Thailand zurück. Bisher wurden die Autos der Marke Holden in Adelaide produziert.

Foto: AP/GM Holden

Der US-Autobauer General Motors (GM) zieht sich aus immer mehr Märkten außerhalb der USA und Chinas zurück. In Australien und Neuseeland würden die Vertriebs-, Entwicklungs- und Ingenieur-Aktivitäten eingestellt, die GM-Marke Holden laufe 2021 in Australien aus, teilte GM am späten Sonntagabend mit. Außerdem soll das Produktions- und ein Motorenwerk von GM in Rayong in Thailand verkauft werden. Ein Käufer ist bereits mit dem chinesischen Unternehmen Great Wall Motor gefunden. Die Transaktion soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein, hieß es.

Diese Umstrukturierungen lässt sich der größte US-Autobauer 1,1 Milliarden Dollar kosten. GM setzt damit den vor Jahren gestarteten Rückzug aus weniger rentablen Ländern fort. Die Autoproduktion in Down Under war bis auf Holden bereits 2017 beendet worden. General Motors konzentriere sich "auf Märkte, in denen wir die richtigen Strategien haben, um robuste Renditen zu erzielen", erklärte GM-Chefin Mary Barra. Die Investitionen sollten künftig zunehmend in den Ausbau der Elektromobilität und autonomes Fahren fließen.


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General Motors steht wegen der wachsenden Konkurrenz von Tesla unter Druck. Während der Elektroautopionier aus dem Silicon Valley inzwischen Gewinne erzielt, müssen GM und die übrigen traditionellen Autobauer enorme Summen für den Wechsel in das Elektrozeitalter stecken. 2017 hatte sich GM aus Europa zurückgezogen und seine verlustreiche Tochter Opel an den französischen PSA-Konzern verkauft.

In Australien und Neuseeland herrscht wie Großbritannien Linksverkehr. Weitere Investitionen in den Bau von Fahrzeugen mit Rechtslenkung habe GM aber nicht rechtfertigen können, nachdem der Umsatz von Holden eingebrochen sei, erläuterte GM-Präsident Mark Reuss.

Australiens Premierminister Scott Morrison zeigte sich enttäuscht und verärgert über die Entscheidung. Holden war lange Zeit eine der meistverkauften Automarken des Landes, auch verkauft. 1948 war das erste lokal hergestellte Serienauto mit einem Holden-Emblem vom Band gelaufen. 1948 war das erste lokal hergestellte Serienauto mit einem Holden-Emblem vom Band gelaufen.

In den vergangenen Jahren haben neben GM auch Toyota und Ford Australien den Rücken gekehrt und ihre Produktionen vor Ort geschlossen. Laut GM lag der Marktanteil des Holden im Jahr 2002 noch bei 22 Prozent, zuletzt jedoch nur noch bei 4 Prozent. Reuss erklärte, der Konzern habe nach Möglichkeiten gesucht, Holden weiterzuführen, habe angesichts der dafür notwendigen Kosten aber keine Möglichkeit gesehen.

rtr/ap/akn