Größter US-Autobauer GM-Gewinn bricht wegen fehlender Bauteile ein

GM kann derzeit fast 100.000 Autos, viele davon hochpreisige SUV, nicht ausliefern, weil Bauteile fehlen. Auch das drückte im zweiten Quartal den Gewinn. Für das zweite Halbjahr gibt sich Konzernchefin Barra zuversichtlich. GM sei aber auch auf einen Abschwung vorbereitet.
GM-Chefin Mary Barra: "Wir haben auch viele Abschwungszenarien durchgespielt und sind darauf vorbereitet"

GM-Chefin Mary Barra: "Wir haben auch viele Abschwungszenarien durchgespielt und sind darauf vorbereitet"

Foto: Julia Nikhinson / AP

Der anhaltende Mangel an wichtigen Bauteilen wie Computerchips hat den größten US-Autobauer General Motors (GM) auch im zweiten Quartal stark belastet. Der Gewinn sank im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar, teilte der Konzern am Dienstag mit . Analysten hatten mit einem besseren Ergebnis gerechnet. Die Aktie reagierte vorbörslich mit deutlichen Kursverlusten.

Tatsächlich gelang es GM dank höherer Preise, den Umsatz um 5 Prozent auf 35,8 Milliarden Dollar zu steigern. Der Konzern bestätigte seine Jahresziele, Chefin Mary Barra (60) zeigte sich aber besorgt wegen des trüben Wirtschaftsausblicks. Der US-Autohersteller habe bereits erste Schritte zur Kostenkontrolle unternommen und sei darauf vorbereitet, wenn nötig noch entschiedener zu reagieren.

Batteriematerialen für jährlich eine Million E-Autos gesichert

Laut CNBC habe sich GM über "verbindliche Vereinbarungen" alle wichtigen Rohstoffe für Batterien gesichert, um bis zum Jahr 2025 jährlich eine Million Elektroautos in den USA zu bauen. Dazu gehörten "neue mehrjährige Vereinbarungen", die der Autobauer mit Livent für Lithium und mit dem langjährigen GM-Batteriepartner LG Chem für Kathodenmaterial ebenfalls Dienstag gesondert bekannt gegeben hat .

Wie der Wettbewerber Ford forciert auch General Motors den Schwenk zur Elektromobilität. So will GM nach früheren Aussagen bis 2025 mehr als 35 Milliarden Dollar investieren, um vor allem günstige E-Modelle auf den Markt zu bringen - ein Segement, in dem der Platzhirsch Tesla nicht unterwegs ist.

Wie andere globale Automobilhersteller hatte auch GM in den letzten Quartalen mit Unterbrechungen in der Lieferkette zu kämpfen. Angang Juli zählte der Autobauer etwa 95.000 Fahrzeuge - viele davon margenstarke SUVs - die wegen fehlender Bauteile nicht ausgeliefert werden können. GM-Händler in den USA bekamen das empfindlich zu spüren, ihre Lagerbestände sind weiterhin knapp. Wie die meisten Autohersteller verbucht GM die Einnahmen erst dann, wenn ein fertiges Fahrzeug an die Händler ausgeliefert wird.

Barra fährt Kosten runter und gibt sich optimistisch

"Wir haben im vergangenen Jahr aufgrund der Halbleiterknappheit mit geringeren Stückzahlen gearbeitet und trotz dieses Drucks gute Ergebnisse erzielt", erklärte Barra laut CNBC. GM habe die Kosten gesenkt, um den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen Rechnung zu tragen, auch beschränke GM die "Neueinstellungen auf kritische Bedürfnisse und Positionen, die das Wachstum unterstützen". GM sei auf einen möglichen Abschwung vorbereitet, versicherte Barra.

Die Mangerin zeigte sich zugleich zuversichtlich, die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr zu erfüllen. Demnach erwartet General Motors für 2022 einen Nettogewinn zwischen 9,6 und 11,2 Milliarden Dollar. Der Grund für den Optimismus: Barra geht davon aus, dass Produktion und Auslieferungen an die Händler "in der zweiten Jahreshälfte stark ansteigen werden".

rei mit DPA
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