Donnerstag, 17. Oktober 2019

"Keine Ahnung, wo das Geld herkommen soll" "Funding secured" - Musks Tweet macht eigene Karriere

Tesla-Chef Elon Musk: "Funding secured"

Elon Musks mittlerweile legendärer 9-Worte-Tweet macht weiter Karriere: Mit seinem Tweet "Am considering taking Tesla private at $420. Funding secured" (Erwäge, Tesla von der Börse zu nehmen für einen Preis von 420 Dollar pro Aktie. Finanzierung gesichert) versetzte der Tesla-Gründer nicht nur die Finanzwelt in helle Aufregung, sondern stieß auch eine lebhafte Debatte in Anwaltskanzleien sowie in den sozialen Netzwerken an.

Inzwischen hat auch das populäre "Urban Dictionary" Musks Aussage geadelt und seine Worte "Funding secured" als neuen Begriff in das Wörterbuch aufgenommen. Allerdings mit einer Bedeutung, die Musk nicht unbedingt gefallen dürfte: Das Urban Dictionary definiert "Funding secured" als eine Phrase, die man benutzen sollte, "Wenn du keine Ahnung hast, wo das Geld herkommen soll."

Und das Dictionary führt neben der Originalquelle Elon Musk auch noch ein weiteres Anwendungsbeispiel an:

Me to my new girl: "Taking you to Hawaii this winter. Funding secured."

Die Wortspielerei hat jedoch einen ernsten Hintergrund - zumindest für Musk und die Tesla-Aktionäre. Sein Vorhaben wäre nicht nur der größte Buy-out der Börsengeschichte - der Nachsatz "Funding secured" wirft als Tatsachenbehauptung auch zahlreiche Fragen und Rechtsrisiken auf. Die US-Börsenaufsicht SEC hat inzwischen eine Untersuchung angekündigt.

Musks knappe Mitteilung "Finanzierung gesichert" klingt äußerst lässig. Doch nun muss der Tesla-Chef schleunigst Belege liefern, dass er die für einen Buy-out zum Kurs von 420 Dollar je Aktie benötigten 82 Milliarden Dollar auch aufbringen kann. Nach Abzug seines eigenen Anteils von rund 20 Prozent sind das immer noch knapp 60 Milliarden Dollar. Liefert Musk keinen Nachweis über die Finanzierung, läuft er Gefahr, wegen Kursmanipulation verklagt zu werden.

In seinem Tweet hat Musk einen konkreten Kaufpreis von 420 Dollar je Aktie genannt und damit den Kurs von Tesla Börsen-Chart zeigen an der Nasdaq Börsen-Chart zeigen binnen weniger Stunden um 11 Prozent in die Höhe schießen lassen. Short-Seller, die auf sinkende Kurse bei dem hoch verschuldeten Elektroautobauer wetten, verloren am Tag der Mitteilung mehrere Milliarden Dollar. Diese Investoren dürften klagen, sollte Musk nicht rasch Belege für seinen stark kursbewegenden Tweet liefern.

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Auch der deutsche Autobauer Porsche Börsen-Chart zeigen musste sich jahrelang mit milliardenschweren Forderungen US-amerikanischer Hedgefonds auseinandersetzen, die im Zuge des Porsche-VW-Übernahmepokers auf dem falschen Fuß erwischt wurden, viel Geld verloren und daraufhin dem Porsche-Management Marktmanipulation vorwarfen.

"Wenn Musk keinen Nachweis erbringt, dass die Finanzierung tatsächlich steht, dann könnte sein Tweet durchaus als Marktmanipulation gewertet werden", sagt John Coffee, Ökonom an der Columbia University, gegenüber dem Wall Street Journal. "Es ist eine kursbewegende Nachricht, die neue börsenrelevante Fakten schafft - und wenn sie nicht detailliert durch Belege gestützt wird, wird das ein Fest für potenzielle Kläger."

Musk muss der Börsenaufsicht SEC genau erläutern, wie der geplante Deal aussehen soll, wenn er keinen Ärger mit den Regulierungsbehörden riskieren will. Anderenfalls könnte Musks kühner Tweet als "irreführendes" oder gar "falsches Statement" gewertet werden - und Klagen gegen Tesla Tür und Tor öffnen.

Mit dem Verweis auf das Urban Dictionary wird sich Musk vor klagenden Hedgefonds und gegenüber der SEC kaum herausreden können.

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