Taxidienst von Daimler und BMW Uber zeigt Interesse an FreeNow

Die Corona-Krise macht auch dem Taxidienst FreeNow von Daimler und BMW zu schaffen. Nun erwägt US-Konkurrent Uber, das Gemeinschaftsprojekt zu kaufen.
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Anti-Uber-Demonstration von Taxifahrern in Köln 2019

Foto: SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX

Der US-Fahrdienstvermittler Uber denkt laut Insidern über einen möglichen Kauf des Fahrdienstes FreeNow nach. Sollte es zum Erwerb des Gemeinschaftsunternehmens von Daimler und BMW kommen, könnte dies Ubers Marktanteil in Europa und Lateinamerika einen großen Schub verleihen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg  am Montagabend unter Verweis auf mit der Sache vertraute Personen.

Uber habe Interesse an einem möglichen Kauf von FreeNow signalisiert, nachdem das Gemeinschaftsunternehmen vergeblich nach weiteren Investoren gesucht habe, um in der Corona-Pandemie die Spur halten zu können, hieß es. FreeNow ist eine Taxi-App, die ursprünglich unter dem Namen MyTaxi im Jahr 2009 gegründet wurde. 2019 erfolgte der Zusammenschluss zu FreeNow, das wiederum in dem Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und BMW YourNow angesiedelt ist. In YourNow gingen auch die eigenständigen Carsharing-Marken DriveNow und Car2Go auf, die nun unter dem Namen ShareNow firmieren.

Bloomberg berichtet weiter, dass jeder Deal im Fahrdienst-Geschäft derzeit wegen der schwierigen Marktbedingungen kompliziert werden könnte, gerade im Hinblick auf eine Einigung über den Preis. Es gäbe daher auch keine Sicherheit, dass es tatsächlich zu einer Transaktion kommen werde, hieß es weiter. Zudem könnten auch noch andere Bieter hinzukommen. Uber und BMW wollten sich zu dem Bericht nicht äußern, eine Daimler-Sprecherin sagte, das Unternehmen kommentiere Spekulationen nicht. Ein möglicher Verkauf von FreeNow könnte jedoch zur derzeitigen Strategie der Autobauer passen, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und die Effizienz zu steigern.

Das Daimler-BMW-Gemeinschaftsprojekt YourNow, in dem FreeNow angesiedelt ist, gilt als verlustreich. In der Bilanz von Daimler Mitte dieses Jahres wies der Konzern für YourNow Sonderkosten in Höhe von 106 Millionen Euro aus. 2019 lastete für YourNow allein auf der BMW-Bilanz ein Minus von 662 Millionen Euro. Schon im Mai hieß es, dass nicht alle Marken des Gemeinschaftsdienstes die Corona-Krise überleben werden. Sparen ist angesagt. FreeNow-Chef Marc Berg (45) setzte Insidern zufolge auf Kurzarbeit und einen Personalabbau in dreistelliger Höhe. Zuvor zählte der Taxidienst 1400 Mitarbeiter.

akn/dpa-afx