Dominanz von Mercedes Red Bull droht mit Ausstieg aus Formel 1

Keine Lust auf Langeweile: Sebastian Vettels ehemaliges Team Red Bull Racing befürchtet schon nach dem ersten Saisonrennen einen Alleingang von Mercedes und bringt einen Ausstieg aus der Formel 1 ins Gespräch.
Red-Bull-Pilot Ricciardo: Chancenlos gegen Mercedes

Red-Bull-Pilot Ricciardo: Chancenlos gegen Mercedes

Foto: PAUL CROCK/ AFP

Hamburg - Der Rennstall Red Bull droht mit einem Ausstieg aus der Formel 1. "Wir sind unzufrieden damit, wie die Formel 1 regiert und geführt wird", sagte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko "Auto Motor und Sport": "Deshalb wird bei uns auch über ein Ausstiegs-Szenario nachgedacht, wenn die Kosten-Nutzenrechnung nicht mehr aufgeht."

Nach vier Titeln für Sebastian Vettel in der Fahrer-WM von 2010 bis 2013 ist Red Bull einer der Verlierer des neuen Motoren-Reglements. Seit Einführung der Hybrid-Aggregate dominiert Mercedes die Formel 1 fast nach Belieben, Red-Bull-Lieferant Renault konnte ebenso wie Ferrari in der vergangenen Saison nicht mithalten. Während Red Bull beim Saisonauftakt in Australien erneut chancenlos war, konnten die Italiener mit Rang drei für Vettel zufrieden sein. Ferrari hält weitere Regelanpassungen deshalb für unnötig.

Nach Ansicht von Red Bull führen die Veränderungen jedoch nur zu Langeweile. "Vorne fahren einsam zwei Autos, und dahinter wird nicht überholt", sagte Marko mit Blick auf Weltmeister Lewis Hamilton und dessen Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg, die auch in Melbourne ungefährdet auf die Plätze eins und zwei fuhren.

Gelten für Mercedes andere Richtlinien?

Zudem beklagt der österreichische Rennstall nicht zum ersten Mal, dass die vom Automobil-Weltverband FIA angeschobenen Regeländerungen vorsätzlich die Red-Bull-Dominanz brechen sollten.

"Laufend wurden Ideen von uns verboten, um uns einzubremsen. Zum Beispiel der angeblasene Diffusor und die Motorsteuerung", sagte Adrian Newey, der jahrelang das überlegene Chassis für Vettel entworfen hatte: "Bei Mercedes sagt keiner etwas."

Im ersten Rennen nach dem Abgang Vettels zu Ferrari hatte Red Bull enttäuscht. Der Australier Daniel Ricciardo wurde überrundet und am Ende Sechster, Teamkollege Daniil Kwjat (Russland) scheiterte schon vor seinem ersten Rennen an technischen Problemen auf dem Weg in die Startaufstellung.

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soc/SPIEGEL ONLINE
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