Umbau zum Standort für E-Autos Ford will in Köln bis zu 3200 Stellen abbauen

Am Standort Köln des US-Autobauers Ford sollen nach Informationen des Betriebsrates rund 3200 Arbeitsplätze wegfallen – knapp ein Viertel der Belegschaft. Ford-Chef Jim Farley will für die Neuausrichtung des Konzerns die Kosten senken.
Unterwegs in Richtung Elektro: Ford-Chef Jim Farley brachte den US-Autokonzern erst relativ spät auf Elektrokurs

Unterwegs in Richtung Elektro: Ford-Chef Jim Farley brachte den US-Autokonzern erst relativ spät auf Elektrokurs

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REBECCA COOK / REUTERS

Der Autobauer Ford will an seinem Kölner Standort nach Angaben des Betriebsrats im großen Stil Jobs abbauen. Sollte das Management sein bisheriges Vorhaben durchsetzen, könnten bis zu 3200 Stellen wegfallen, sagte die Vize-Betriebsratschefin der Ford-Werke, Katharina von Hebel, am Montag in Köln der dpa. Anfang des Jahres hatte Ford in der Domstadt noch 14.000 Beschäftigte. "Die Lage ist für die Beschäftigten erschütternd." In zwei Versammlungen berichtete der Betriebsrat am Montag den Arbeitnehmern von den Plänen und berief sich dabei auf interne Vorgaben des Managements für Ford in Europa. Die Firmenspitze äußerte sich noch nicht öffentlich dazu. Die Aktie  legte am Montag vorbörslich leicht zu.

Ford ist im Umbruch, der lange auf Verbrennungsmotoren fokussierte US-Autokonzern brachte sich erst relativ spät auf Elektrokurs. Dabei setzt die Firma auch künftig auf den Kölner Standort, der mit Milliardeninvestitionen für die Fertigung neuer Elektromodelle umgebaut wird. Die jetzigen Personalpläne begründet das Management laut IG Metall unter anderem mit einer Zentralisierung in den USA. Ford hat schon eine Umstrukturierung hinter sich, vor drei Jahren hatte das Unternehmen noch knapp 18.000 Beschäftigte in Köln.

Vergangenen März hatte das Unternehmen verkündet, das Geschäft für Verbrenner und Elektroautos künftig zu trennen. Die beiden unabhängigen Einheiten bleiben aber unter einem Dach. Zur Finanzierung der milliardenschweren Pläne hatte Ford-Chef Jim Farley (60) bereits vergangenen Sommer erklärt, bis zu 8000 Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Der größte Teil der Stellenstreichungen wurde in den USA erwartet. Zuvor hatte Farley angekündigt, bis zum Jahr 2026 rund drei Milliarden Dollar einzusparen.

dri/dpa-afxp
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