Fiesta-Produktion ruht Kurzarbeit bei Ford in Köln

Kabelbäume und Halbleiter sind weiterhin ein knappes Gut in der Automobilindustrie. Daher muss Ford nun erneut seine Produktion in Köln herunterfahren.
Ford-Fiesta-Herstellung: Erst am 25. April 2022 soll die Produktion in Köln wieder hochgefahren werden

Ford-Fiesta-Herstellung: Erst am 25. April 2022 soll die Produktion in Köln wieder hochgefahren werden

Foto: Oliver Berg/ dpa

Wegen Lieferengpässen fährt der Autohersteller Ford seine Produktion herunter. Für die kommende Woche sei Kurzarbeit beantragt worden, die Fiesta-Werksarbeiten ruhten dann, sagte eine Ford-Sprecherin am Freitag. Gründe nannte sie nicht.

Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge liegt das an Bauteilen, die ein Zulieferer in der Ukraine herstellt und nun wegen des Krieges vorerst nicht wie bestellt liefern kann. Unter anderem gehe es um Kabelbäume. Außerdem sind weiterhin Halbleiter aus Asien knapp – deswegen hatte der Autokonzern schon im vergangenen Jahr mehrfach seine Produktion aussetzen müssen.

In dieser Woche war die in der Fiesta-Produktion tätige Belegschaft bereits drei Tage in Kurzarbeit. So soll es nun in der kompletten kommenden Woche weitergehen. Danach sind zwei Wochen Osterferien, und das Werk produziert ohnehin keine Fiestas – das war schon vorher festgelegt worden. Am 25. April könnte die Fiesta-Herstellung wieder hochgefahren werden.

Köln ist die Europazentrale des US-Autobauers. Neben der Autoproduktion ist der Standort auch als Entwicklungszentrale wichtig. Ein Drittel der 14.800 Kölner Ford-Mitarbeiter sind in der Produktion des Kleinwagens Fiesta tätig.

Auf lange Sicht läuft die Herstellung allerdings aus, da Ford komplett auf Elektroautos umstellen will. Dafür investiert der Konzern in den kommenden Jahren zwei Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) in den Standort. Bis zum Jahr 2024 möchte Ford insgesamt drei neue E-Autos und vier neue Elektrotransporter auf den Markt bringen.

Produktionsstopp auch in den USA

Zuvor hatten Ford und General Motors (GM) bekannt gegeben, die Produktion in zwei US-Werken ebenfalls wegen des Teilemangels zu stoppen. Die beiden Automobilhersteller wollen in der kommenden Woche die Produktion in je einem Werk im US-Bundesstaat Michigan wegen eines Teilemangels vorübergehend einstellen.

Der Unternehmensleitung von Ford zufolge ist der Mangel an Halbleitern der Grund für die Entscheidung. GM teilt mit, dass die Produktion im Werk Lansing Grand River eingestellt wird. Der Produktionsstopp stehe jedoch nicht im Zusammenhang mit Chips, weitere Einzelheiten nannte das Unternehmen nicht.

hr/DPA, Reuters