EU-Geldbuße droht Kuga-Rückruf zerschießt Fords CO2-Plan

Im ersten Jahr, in dem das Verfehlen des CO2-Grenzwerts Geld kostet, droht Ford zu versagen. Der Konzern sah sich auf Kurs, doch ein Auslieferungsstopp wegen Batterieproblemen beim neuen Plug-in-Hybridmodell Kuga ändert alles.
Ford Kuga Plug-in-Hybrid

Ford Kuga Plug-in-Hybrid

Foto: Ford

Ford droht eine Geldbuße wegen Verfehlung der CO2-Ziele der EU: Die Gesamtbilanz der neu zugelassenen Ford-Pkw in Europa könnte den Flottengrenzwert der Europäischen Union in diesem Jahr nach Unternehmensangaben überschreiten. Ein Auslieferungsstopp beim neuen Plug-in-Hybrid-Modell Kuga habe sich "auf unseren Plan ausgewirkt, die EU-Emissionsvorschriften für Pkw für 2020 allein erfüllen zu können", erklärte ein Konzernsprecher am Dienstag.

Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, dass ein Rückruf der neuen Plug-in-Hybride des Kuga die Flottenbilanz in Europa deutlich verschlechtert habe. Dadurch sei der US-Autokonzern bei der Einhaltung der CO2-Grenzen in Schwierigkeiten geraten.

Anfang vergangener Woche waren dem Bericht zufolge Probleme mit den Batterien des Plug-in-SUVs bekannt geworden. Offenbar hätten sich die Lithium-Ionen-Zellen so stark erhitzt, dass es in einigen Fällen zum Batteriebrand gekommen sei. Derzeit werde das Modell nicht mehr ausgeliefert, die rund 33.000 bereits zugelassenen Fahrzeuge in Europa müssten demnächst in die Werkstätten zurück.

"Basierend auf unserem Produkt- und Produktionsplan für dieses Jahr hatten wir erwartet, dass wir die neuen Grenzwerte trotz der Covid-bedingten Störungen unserer Fertigung einhalten werden", erklärte der Ford-Sprecher. Die "aktuellen Probleme mit dem Kuga" hätten dies aber deutlich schwieriger gemacht.

Ein Pool mit anderen Herstellern soll die Geldbuße abwenden

Um nun drohenden Geldbußen der EU zu entgehen, will Ford nach eigenen Angaben einem "offenen Pool" mit anderen Autobauern beitreten, die mit ihren Pkw-Neuzulassungen unter dem CO2-Flottengrenzwert von durchschnittlich 95 Gramm pro gefahrenem Kilometer liegen. Nach Informationen der "Auto Zeitung" ist noch keine Entscheidung über einen Partner gefallen. "Sowohl Renault als auch Volvo hatten jedoch bereits bekannt gegeben, grundsätzlich für eine entsprechende Kooperation offen zu sein."

Ford äußerte sich am Dienstag auf Nachfrage nicht zu genaueren Plänen. Der Autobauer kündigte indes an, im Gegenzug auch einen CO2-Pool für leichte Nutzfahrzeuge gründen zu wollen, von dem dann andere Hersteller profitieren sollen. In diesem Fahrzeugsegment nämlich werde Ford die CO2-Ziele voraussichtlich "übertreffen".

ak/afp
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