Für Umbau von Fabriken Ford investiert weitere 20 Milliarden Dollar in E-Autos

Ford weitet seine Investitionen in die Elektromobilität aus. Der Konzern soll in den nächsten zehn Jahren bis zu 20 Milliarden Dollar in den Bau von Elektrofahrzeugen investieren.
Starke Investition: Ford will bestehende Werke auf die Herstellung von E-Autos umbauen

Starke Investition: Ford will bestehende Werke auf die Herstellung von E-Autos umbauen

Foto: KAREN BLEIER/ AFP

Ford plant eine umfassende Umstrukturierung und bereitet sich damit auf die elektrische Zukunft vor. Der Autobauer will in den kommenden fünf bis zehn Jahren zusätzlich bis zu 20 Milliarden Dollar für die weltweite Umstellung von Fabriken auf die Produktion von Elektrofahrzeugen ausgeben, meldet der Finanznachrichtendienst Bloomberg . Diese Summe käme zu den 30 Milliarden Dollar hinzu, die Ford bereits bis 2025 in Elektrofahrzeuge investiert hat.

Der Schritt ist Teil der Initiative von Konzernchef Jim Farley (59), mit der er den führenden E-Autobauer Tesla herausfordern will. Der frühere Produktionschef – erklärter Bewunderer von Tesla-Chef Elon Musk (50) – verfolgt wie inzwischen fast alle Autobosse eine aggressive Elektrifizierungsstrategie. Im Vergleich mit anderen herkömmlichen Autobauern verkauft Ford aber noch nicht einmal besonders viele Elektroautos. Dennoch haben Farleys Visionen den Marktwert von Ford kürzlich über die Marke von 100 Milliarden Dollar steigen lassen.

Ehemaliger Manager von Apple und Tesla an Bord

Um sein Ziel zu realisieren, will Ford eine nicht genannte Zahl von Ingenieuren einstellen, die sich auf Batteriechemie, Künstliche Intelligenz und EV-Software spezialisiert haben. Doug Field, ehemals Leiter von Apples Autoprojekt, soll dem Bericht zufolge den Umbau von Ford entscheidend vorantreiben. Ford warb Field im vergangenen September von Apple ab. Field war auch Topmanager bei Tesla, wo er den Verkaufsschlager Model 3 mit entwickelte.

Ford hat seine Elektroautopläne zuletzt beschleunigt und will bis zum Jahr 2024 jährlich 600.000 E-Autos herstellen. So konnte Ford die Produktion des Mustang Mach-E verdreifachen und die Produktion des Plug-in-Pickups F-150 Lightning, der in diesem Frühjahr auf den Markt kommt, verdoppeln. Außerdem investiert das Unternehmen zusammen mit dem südkoreanischen Unternehmen SK Innovation 11,4 Milliarden Dollar in den Bau von drei Batteriefabriken und einem Werk für Elektro-Lkw in Tennessee und Kentucky.

Im Gegensatz zu Tesla muss der Autobauer den Rückgang von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor bewältigen, die aktuell den gesamten Gewinn erwirtschaften. Farley sieht benzinbetriebene Fahrzeuge für viele kommende Jahre als einen Kernbestandteil des Unternehmens und beabsichtigt immer noch, genug zu investieren, um es mit Rivalen konkurrenzfähig zu halten, sagte er gegenüber Bloomberg. Ford hofft, Tesla irgendwann überholen zu können, versucht aber vorerst, seine Position als Amerikas Nr. 2-Verkäufer von Elektrofahrzeugen zu festigen.

sio