Dienstag, 10. Dezember 2019

Ford hat Crashtest-Problem mit Alukarosserie Amerikas Auto-Bestseller ist zu leicht gebaut

Ford F-150: Leichtbau ist nicht die erste Assoziation, die der schwere Wagen hervorruft

Der Ford F-150 ist ein Koloss. Auf mehr als 1,8 Tonnen Leergewicht kommt Amerikas meistverkauftes Auto in der einfachsten Ausführung - und das ist ein sensationeller Erfolg des Leichtbaus. Denn im Vergleich zum Vorgängermodell konnte Ford in der 2015er-Ausführung mehr als 300 Kilogramm und 29 Prozent Benzinverbrauch einsparen, weil die Karosserie vollständig aus Aluminium statt Stahl besteht.

Doch dieser Erfolg scheint schon wieder passé zu sein. Wie "Bloomberg" berichtet, ist der Pickup bei einem Crashtest durchgefallen. Das von Versicherungen getragene Insurance Institute of Highway Safety sei zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Frontalzusammenstoß bei 40 Meilen pro Stunde (gut 64 km/h) "den Überlebensraum des Fahrers schwer beeinträchtigt". Das gelte jedenfalls für die SuperCab genannte Vollalu-Variante. Das ebenfalls angebotene Modell SuperCrew mit einem Stahlrahmen für die Fahrgastzelle bestand den Test mit dem Urteil "geringes Verletzungsrisiko".

Laut dem Bericht will Ford Börsen-Chart zeigen die gesamte Baureihe ab 2016 nur noch mit der SuperCrew-Stahlzelle anbieten. Das Unternehmen selbst erwähnt in seiner Pressemitteilung zum Test nur die positiven Ergebnisse für SuperCrew als "führend im Segment leichter Trucks" - weiteren Aspekten des Tests wie hohen Reparaturkosten widerspreche man.

Für den Konzern ebenso wie für einige Lieferanten steht eine riesige Wette auf dem Spiel. Ford hat seinen wichtigsten Gewinnbringer für das Bekenntnis des früheren Konzernchefs Alan Mulally eingesetzt, "Pfund für Pfund, ist Aluminium stärker und härter als Stahl."

Aluminium ist zwar längst das zweitwichtigste Material im Autobau, wird aber vor allem im Antriebsstrang, den Rädern und ausgewählten Karosserieteilen eingesetzt.

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