Freitag, 22. November 2019

Handelsstreit zwischen USA und China Zölle drücken Fords Gewinn gewaltig

Ford leidet unter Handelsstreit

Der zweitgrößte US-Autobauer Ford muss nach Angaben seines Chefs Jim Hackett bereits erhebliche Belastungen aufgrund des von der Trump-Regierung angezettelten Handelsstreits verkraften. "Aus Fords Perspektive haben uns die Zölle auf die Metalle etwa eine Milliarde Dollar Gewinn genommen", sagte Hackett am Mittwoch dem Sender Bloomberg TV bei einer Konferenz in New York. Dabei beziehe sein Unternehmen ohnehin die meisten dieser Materialien in den USA.

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Insgesamt sei Ford gut aufgestellt, sagte Hackett. Doch: "Wenn es so weitergeht, wird der Schaden größer." US-Präsident Donald Trump betrachtet sein Land als Opfer unfairer Handelspraktiken und hat deshalb unter anderem hohe Strafzölle auf Aluminium und Stahl verhängt. Viele US-Produzenten erhöhten deshalb ihre Preise, was große Autokonzerne wie Ford, aber auch General Motors oder Fiat Chrysler und diverse andere US-Firmen teuer bezahlen.

Für das zweite Quartal hatte Ford kürzlich einen Verlust von 73 Millionen Dollar vor Steuern gemeldet. Für das Gesamtjahr erwartet der Autobauer ebenfalls rote Zahlen. Ende Juli hatte die Konzernspitze bereits angekündigt, Kosten deutlich reduzieren und die Modellpalette überprüfen zu wollen. Auch heißt es im Konzern, dass die Gewinnmargen in Europa für die Massenmodelle deutlich niedriger sind als für Modelle in den USA nicht den Erwartungen entsprächen. So soll sich Ford Europa künftig mehr auf Trucks, SUVs und CUVs (Crossover Utility Vehicles) konzentrieren. Schwierigkeiten bereitet auch der britische Markt derzeit, dem wichtigsten Absatzmarkt für Ford in Europa.

dpa-afx/akn

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