Martin Sander Langjähriger VW-Manager wird Ford-Deutschlandchef

Ford bündelt sein Pkw-Geschäft in Europa und Deutschland unter einer neuen Führung. Ab Mitte des Jahres übernimmt Martin Sander den Chefsessel bei Ford Deutschland sowie die Verantwortung für das Pkw-Geschäft in Europa.
Soll die Elektromobilität bei Ford vorantreiben: Martin Sander war zuletzt Senior Vice President of Sales für Europa bei Audi

Soll die Elektromobilität bei Ford vorantreiben: Martin Sander war zuletzt Senior Vice President of Sales für Europa bei Audi

Foto: Armin Weigel / dpa

Der langjährige Audi-Manager Martin Sander wird neuer Chef von Ford Deutschland. Außerdem übernimmt der Branchenkenner die Verantwortung für das gesamte Pkw-Geschäft von Ford in Europa, wie der US-Konzern am Montag mitteilte. Der 54-Jährige folge damit als General Manager Passenger Vehicles auf Roelant de Waard sowie als Vorsitzender der deutschen Geschäftsführung auf Gunnar Herrmann. Herrmann war bereits Ende November in den Aufsichtsrat der Ford-Werke gewechselt.

Der Präsident von Ford of Europe, Stuart Rowley, betonte, Sander bringe "die Dynamik, Führungsqualität und Ideen mit, die wichtig sind, um die Transformation unseres Pkw-Geschäfts in Europa zu beschleunigen und unseren Kunden neue vernetzte Erlebnisse zu ermöglichen". In Sanders Aufgabenbereich werden zwei bisherige Führungspositionen kombiniert. Dies unterstreiche Fords Engagement, die Elektrifizierung seiner europäischen Produktpalette noch schneller voranzutreiben, betonte das Unternehmen.

Sander wird seine neue Aufgabe am 1. Juni antreten und sein Büro in Köln haben. Der in Hildesheim geborene Manager hat Maschinenbau studiert und sein Studium an der Technischen Universität Braunschweig als Diplom-Ingenieur abgeschlossen. Danach arbeitete er mehr als 20 Jahre im In- und Ausland für den Volkswagen-Konzern – zuletzt als Senior Vice President of Sales für Europa bei der Audi AG. Er wohnt derzeit in Ingolstadt, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Sander soll den Schwenk von Ford in die E-Mobilität vorantreiben. Der Autohersteller baut sein Kölner Werk derzeit zu einem europäischen Zentrum für Elektroautos um. Das erste batteriegetriebene Fahrzeug soll 2023 dort vom Band rollen. Ein weiteres E-Auto für Köln ist bereits geplant.

Ford will seine Pkw-Flotte in Europa bis 2026 auf Elektroautos oder Plug-in-Hybride umstellen, um die CO2-Vorgaben zu erfüllen. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll das Fahrzeugangebot komplett batteriegetrieben sein. Die Nutzfahrzeugflotte soll bis 2030 zu zwei Dritteln elektrifiziert werden.

Der US-Autokonzern bemüht sich derzeit, seinen Rückstand bei E-Mobilität und Roboterautos aufzuholen. Bereits Anfang September hatte er dazu Topmanager Doug Field von Apple abgeworben. Er soll sich bei Ford um die Entwicklung fortschrittlicher Technologien wie vernetzten und selbstfahrenden Autos kümmern.

mg/dpa-afx, Reuters
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