Samstag, 21. September 2019

Chinesischer SUV-Bauer an Fiat Chrysler interessiert Great Wall will FCA-Trophäe Jeep einsammeln

Great-Wall-Chefin Wang Fengying in Bulgarien: Der chinesische SUV-Spezialist hat besonderes Interesse an FCAs Geländewagenmarke Jeep

4. Teil: Wo Marchionne jetzt den Stecker in die Hand nimmt

Bislang lehnte Marchionne reine Elektrofahrzeuge mit dem Hinweis ab, dass sie sich einfach nicht rechnen würden. Nun hat er angekündigt, dass Maserati ab 2019 Autos mit Elektroantrieb vorstellen wird. Bereits Anfang der kommenden Dekade soll die Hälfte der Maserati-Modelle mit E-Motoren angeboten werden, erklärte Marchionne vor Analysten.

Die große Umarmung der Elektromobilität ist das noch nicht, aber immerhin mal ein Anfang. Doch es verwundert auch nicht, dass die Chinesen offenbar keine Unsummen für FCA auf den Tisch legen wollen. Noch ist da sicherlich nicht das letzte Wort gesprochen - und Marchionne gilt als beinharter Verhandler. Vielleicht hat er ja noch ein paar gute Trümpfe in petto, um den Preis hochzutreiben. Oder er löst nur ein paar Markenperlen aus dem Portfolio heraus.

Die wohl schillerndste Marke im FCA-Reich, Ferrari, dürfte es wohl nicht werden. Denn die Marke gehört nun - nach dem Börsengang 2015 - zum überwiegenden Teil den FCA-Aktionären. Große Wachstumspläne hat Marchionne, der Ferrari als CEO führt, zwar offenbar auch: Berichten zufolge basteln die Ingenieure in Maranello an einem viersitzigen Crossover-Modell - also einer Art SUV, der keinesfalls so heißen darf.

Denn auf eine Frage eines Reporters, ob Ferrari seine Modellpalette um einen Geländewagen erweitern wolle, hatte Marchionne noch Anfang 2016 unverblümt erklärt: "Da müssen sie mich zuerst erschießen".

Inzwischen wählt er zu diesem Thema deutlich sanftere Worte. Anfang August erklärte er, dass Ferrari wohl ein SUV-artiges Fahrzeug produzieren könne. Das werde "wahrscheinlich passieren, aber auf die Ferrari-Art", so Marchionne. Es werde eben ein Fahrzeug mit SUV-Charakteristika werden, das ein breiteres Einsatzgebiet ermögliche, dem Kern der Marke jedoch treu bleibe. "Wir müssen neue Plätze besetzen", drückte er es aus. Und damit den Gewinn seines stärksten Pferdes im Markenstall weiter erhöhen.

mit Material von Reuters/dpa-afx/afp

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