Fiat Chrysler und PSA Italien bringt sich bei Stellantis in Stellung

Die Fusion von Fiat Chrysler und PSA wird wohl zahlreiche Jobs kosten. Aber wo? Italien will das Ausmaß im eigenen Land möglichst gering halten und erwägt nun ein Beteiligung an dem neuen Autoriesen.
Aus zwei mach eins: Doch wird es ohne Stellenabbau und Fabrikschließungen gehen?

Aus zwei mach eins: Doch wird es ohne Stellenabbau und Fabrikschließungen gehen?

Foto: MARCO BERTORELLO, JOEL SAGET / AFP

Die italienische Regierung schließt einen Einstieg bei dem aus den beiden Autobauern Fiat Chrysler und PSA fusionierten Konzern Stellantis nicht aus. Eine mögliche Beteiligung des italienischen Staates am Kapital der neuen Gruppe - ähnlich wie die der französischen Regierung - "kann und darf kein Tabu sein", zitierte eine italienische Zeitung den stellvertretenden Wirtschaftsminister Antonio Misiani (52) am Mittwoch.

Zu Wochenanfang hatten die Aktionäre von Fiat Chrysler und PSA dem 52 Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss zum weltweit viertgrößten Autokonzern zugestimmt.

Die beiden Unternehmen fusionieren, um sich die enormen Investitionen für den Wechsel in die Elektromobilität zu teilen und wollen die Kosten senken. Analysten erwarten, dass Konzernchef Carlos Tavares (62) dafür die riesigen Überkapazitäten abbauen wird, die auf der französischen Opel-Mutter und ihrem italienisch-amerikanischen Partner lasten. Mehrere Werke könnten dichtgemacht werden.

Um einen größeren Personalabbau in Italien zu verhindern, könnte sich der italienische Staat mit einer Beteiligung in Stellung bringen wollen. Frankreich ist über PSA bereits an Stellantis beteiligt. Vor dem Ausbruch der Corona-Krise mit dramatischen Auswirkungen auf die Autobranche hatte Tavares versichert, es sollten keine Werke geschlossen werden. Er hält aber daran fest, mit der Fusion jährlich Synergien im Umfang von fünf Milliarden Euro zu heben - ohne Fabrikschließungen, wie PSA und FCA erklärt haben.

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Fusion PSA und Fiat Chrysler: Die 14 Marken des neuen Autoriesen Stellantis

Foto: REUTERS/Christian Hartmann

Analysten rechnen mit dem Gegenteil. So gelten schon länger das Opel-Werk im britischen Ellesmere Port als auch der Fiat-Standort in Kragujevac in Serbien als gefährdet. Dagegen dürften Fabriken in Italien und Frankreich verschont bleiben, glauben Experten. "PSA und FCA werden beteuern, dass Stellantis global ist und nicht französisch oder italienisch, aber ihre Regierungen werden sie daran erinnern, dass sie eine Nationalität haben", sagte Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies.

Zusammen landen PSA und FCA nach Daten zum Zeitpunkt der Ankündigung ihres Zusammenschlusses Ende 2019 mit einem weltweiten Absatz von 8,7 Millionen Fahrzeugen, 170 Milliarden Euro Umsatz und 410.000 Beschäftigten auf Rang vier unter den großen Autobauern. Nur Volkswagen, die französisch-japanische Allianz aus RenaultNissan und Mitsubishi sowie Toyota sind größer.

rei/Reuters
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