Freitag, 22. November 2019

Trumps Zollpolitik zeigt Wirkung Fiat Chrysler und General Motors kappen Prognosen

Donald Trump droht nach den Strafzöllen auf Stahl und Aluminium den Rest der Welt mit weiteren Importzöllen zu überziehen. Die US-Autobauer warnten und warnen schon länger davor - jetzt präsentieren Fiat Chrysler und General Motors dem US-Präsidenten die Quittung.

Fiat Chrysler hat seine Jahresprognosen unter anderem wegen Problemen mit chinesischen Importzöllen gekappt. Im zweiten Quartal belasteten die Folgen der angekündigten höheren Einfuhrabgaben auf Autos aus US-Produktion bereits die Ergebnisse in China. Der Absatz des Konzerns dort entwickelte sich enttäuschend.

Die Zahlenvorlage am Mittwoch wurde überschattet von der Nachricht, dass der langjährige Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne gestorben ist. Die Aktie brach unmittelbar nach Bekanntgabe der Zahlen in Mailand in der Spitze um 11 ein.

Im Gesamtjahr rechnet das Unternehmen beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nun nur noch mit einem Wert von 7,5 bis 8 Milliarden Euro. Zuvor hatten noch mindestens 8,7 Milliarden Euro im Plan gestanden. Auch beim Umsatz ist Fiat Chrysler vorsichtiger, dieser dürfte nun zwischen 115 und 118 Milliarden Euro landen nach zuvor anvisierten rund 125 Milliarden Euro.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte der Konzern die Spitzenpositionen im Management neu besetzt, nachdem bei Marchionne nach einer Schulteroperation schwere Komplikationen aufgetreten waren. Wie von Marchionne bereits Anfang Juni angekündigt, war der Konzern Ende des Halbjahres in seiner bestehenden Form erstmals schuldenfrei.

Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz von Fiat Chrysler Börsen-Chart zeigen insgesamt um 4 Prozent auf 29 Milliarden Euro, das operative Ergebnis fiel hingegen um 11 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro. Unter dem Strich rutschte der Gewinn um gut ein Drittel auf 754 Millionen Euro ab.

Auch General Motors kappt Gewinnprognose - Stahlzoll belastet

General Motors Börsen-Chart zeigen bekommt die Folgen des von US-Präsident Donald Trump entfachten Handelsstreits ebenfalls zu spüren. Wegen höherer Rohstoffpreise und schwacher Währungen in Südamerika senkte der größte US-Autobauer seine Prognose für den Jahresgewinn. Das Umfeld sei mit "beachtlichem Gegenwind" herausfordernder als bisher, erklärte Finanzchef Chuck Stevens am Mittwoch.

Für 2018 erwartet General Motors jetzt noch rund sechs Dollar Gewinn je Aktie gegenüber der ursprünglichen Prognose von 6,30 bis 6,60 Dollar. Der Konzern bezieht seinen Stahl von US-Produzenten, die ihre Preise wegen der höheren Einfuhrzölle auf Stahl erhöhten.Neben gestiegener Rohstoffpreise verwies GM als Grund auch auf die Dollar-Stärke gegenüber den Währungen Brasiliens und Argentiniens. Im vorbörslichen Handel rutschten die Aktien um mehr als drei Prozent ab.


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Das zweite Quartal schloss der Konzern schlechter ab als vor Jahresfrist, aber nicht so schwach wie von Analysten erwartet. Das Nettoergebnis lag bei 2,39 Milliarden Dollar im Vergleich zu 2,43 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Analysten hatten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. GM erklärte das maue Ergebnis mit Preiseffekten. Der Absatz lag im Zeitraum April bis Juni mit 2,1 Millionen Fahrzeugen knapp unter dem Vorjahresstand, auch der Umsatz blieb mit 36,8 Milliarden Dollar knapp hinter dem Erlös im Vorjahreszeitraum zurück.

rei/dpa/Reuters

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