Montag, 17. Juni 2019

Fusionspläne von FCA und Renault im Check Autohochzeit Renault-Fiat - was sie brächte, was fehlen würde

Logo von Fiat und Renault auf zwei Kühlergrills
REUTERS / AFP
Logo von Fiat und Renault auf zwei Kühlergrills

Diese Fusion könnte die Karten in der globalen Autobranche neu mischen: Der italienisch-amerikanische Autohersteller Fiat Chrysler Automobiles (FCA) will sich mit dem französischen Fahrzeugbauer Renault zusammenschließen. Auf knapp 33 Milliarden Euro käme die gemeinsame Marktkapitalisierung beider Autohersteller. Mit weltweit verkauften 8,7 Millionen Fahrzeugen (Jahreszahlen von 2018) wäre Renault-FCA der drittgrößte Autoehrsteller nach Volkswagen (10,8 Millionen Fahrzeuge) und Toyota (10,6 Millionen Fahrzeuge).

Doch diese Zahlen sind vergleichsweise bescheiden gerechnet. Denn Renault Börsen-Chart zeigen ist seit langem in einer Allianz mit dem japanischen Autohersteller Nissan Börsen-Chart zeigen verbunden. Seit drei Jahren gehört auch der Hersteller Mitsubishi Börsen-Chart zeigen dazu. In vielen Rankings wird diese Dreierallianz alleine bereits als zweitgrößter Autohersteller der Welt geführt. Stößt nun über die Fusion mit Renault auch FCA Börsen-Chart zeigen zu der Partnerschaft, entsteht ein Autogigant, der laut den Absatzzahlen für das Gesamtjahr 2018 rechnerisch auf 15,6 Millionen verkaufte Fahrzeuge kommt.

Ein "transformativer Merger" wäre das, erklärt FCA nicht ganz ohne Grund in seiner Pressemitteilung. Das Zusammengehen könnte überdies der zuletzt brachliegenden Dreierallianz von Renault, Nissan und Mitsubishi neues Leben einhauchen. Renault und FCA kämen gemeinsam auf rund 170 Milliarden Euro Umsatz und operative Gewinne von mehr als 10 Milliarden Euro.

Die Eigentumsverhältnisse zwischen FCA und Renault werden ausgeglichen sein - beide Seiten sollen je 50 Prozent halten. Die französische Regierung, die 15 Prozent an Renault hält, hat den Fusionsvorschlag von FCA begrüßt. Renaults Verwaltungsrat studiert die Vertragsbedingungen des Fusionsvorschlags "mit Interesse", wie das Gremium erklärte. Eine Entscheidung werde aber erst "in Tagen oder Wochen" erwartet.

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An der Börse sind die Aktienkurse von Renault Börsen-Chart zeigen und Fiat Chrysler Automobiles Börsen-Chart zeigen heute nach oben geschnellt. Die Euphorie der Anleger ist groß. Klappt der Merger, entsteht ein ernsthafter Konkurrent für den Volkswagen-Konzern - mit ähnlich vielen Marken, einer starken europäischen Präsenz, einigen hochprofitablen Geschäftsnischen und möglichen Technologievorsprüngen. Der Zusammenschluss verspricht beiden Seiten die Lösung vieler drängender Probleme - stellt die beiden Bindungswilligen allerdings auch vor Hürden. Die Stärken und Schwächen der geplanten Fusion im Check.

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