Sonntag, 17. November 2019

Nach geplatztem Fusionsangebot an Renault Amore Motore - welche Optionen Fiat Chrysler nun bleiben

Alfa Romeo-SUV Stelvio: FiatChryslers Fusionspläne mit Renault sind erstmal vom Tisch, die Brautschau mithilfe schicker Konzerntochtermarken wird weitergehen

Noch vor eineinhalb Wochen klang alles so überzeugend: "Einen hohen Wertzuwachs" für beide Seiten werde das Zusammengehen von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) Börsen-Chart zeigen und Renault Börsen-Chart zeigen haben. Einen globalen Autohersteller, den weltweit drittgrößten gemessen am Absatz, wolle man schaffen. "Herausragend" werde das fusionierte Unternehmen sein bei Umsatz, Absatz, Profitabilität und Technologie. Und um die Balance zu wahren, solle jede Seite 50 Prozent am künftigen gemeinsamen Autoriesen halten.

All das versprach FCA am 27. Mai 2019 für den Fall, dass Renault das Übernahmeangebot des Konzerns annimmt. Nun sind das Angebot - und erstmal auch die "Elefantenhochzeit" - Geschichte: Gerade mal eineinhalb Wochen später hat FCA "mit sofortiger Wirkung" seine Offerte zurückgezogen. Derzeit seien die politischen Voraussetzungen in Frankreich nicht gegeben, um einen solchen Merger zum Erfolg zu führen, hieß es zur Begründung.

Die Stellungnahme lässt zwar noch das Hintertürchen offen, dass eine Fusion noch zu einem späteren Zeitpunkt und günstigerem politischem Klima klappen könnte. Doch der Ärger der FCA-Topmanager über das Zaudern auf französischer Seite dürfte beträchtlich sein. Schließlich sucht der italienisch-amerikanische Autobauer FCA schon seit langem nach einem Partner - und Renault hätte in einigen Punkten gut die FCA-Schwächen ausgeglichen.


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Öffentlich gemacht hat dieses Werben der langjährige, vor einem Jahr verstorbene FCA-Boss Sergio Marchionne selbst: Ende April 2015 hielt er eine Präsentation mit dem martialischen Titel "Bekenntnisse eines Kapitalsüchtigen", deren wichtigster Punkt sich einfach zusammenfassen lässt: Um die hohen Kapitalkosten im Zaum zu halten, müssen sich Autokonzerne möglichst viele Forschungsausgaben teilen. Es ist schlicht günstiger, Entwicklungskosten für 15 Millionen verkaufter Autos zu organisieren als für nur vier Millionen.

Fiat ist mit seinem Flirt-Latein noch nicht am Ende

Solche Kooperationen lassen sich baureihenbezogen organisieren, wie etwa Renault Börsen-Chart zeigen und Daimler Börsen-Chart zeigen vorgezeigt haben. Riesig dürfte der Effizienzgewinn dabei aber nicht sein, da grenz- und kulturüberschreitende Zusammenarbeit viel Abstimmungsaufwand bedeutet. Marchionne wusste das - und drängte deshalb in Richtung deutlich größere Deals: Also dem Zusammenschluss ganzer Autokonzerne, was deutlich höhere Synergiegewinne verspricht.

In den vergangenen Jahren hat FCA mit vielen Konkurrenten geflirtet: Volkswagen Börsen-Chart zeigen war darunter, General Motors Börsen-Chart zeigen, der chinesische Autobauer Great Wall und angeblich sogar der Renault-Konkurrent PSA Peugeot Citroën Börsen-Chart zeigen. Zu einer dauerhaften Bindung hat die große Brautschau noch nicht geführt.

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Die jahrelangen Anbandel-Versuche der Italo-Amerikaner legen aber nahe, dass Fiats Werben um einen Partner noch weitergehen dürfte - und wohl auch muss. Denn der Konzern braucht eine starke Schulter dringender als die meisten seiner Konkurrenten.

FCA ist zwar nun schuldenfrei, was der Attraktivität des Unternehmens für potenzielle Partner nicht schaden dürfte. Allerdings hat der US-italienische Autobauer auf zukunftsträchtigen Feldern nur wenig anzubieten. Bei Elektroantrieben liegt FCA weit abgeschlagen zurück, weil Marchionne kein Geld dafür lockermachen wollte und konnte. Beim autonomen Fahren gibt es nur die lose Kooperation mit Waymo, aber nichts eigenständiges. In punkto Vernetzung hat sich FCA bislang auch nicht mit Hochtechnologie hervorgetan.

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